Erstellt am 27. Oktober 2015, 15:26

von Markus Lohninger

Proteststurm nach Streunerkatzen-Sager. Diesner-Wais brachte mit Aussage zu Streunerkatzen Tierschützer gegen sich auf. Abgeordnete fühlt sich falsch verstanden.

 |  NOEN, Symbolbild

Im Sommer hatte die Pürbacher Nationalrats-Abgeordnete und Landwirtin Martina Diesner-Wais leichten politischen Wirbel wegen Bienentoden durch Pestizide, mit einem Nebensatz über Streunerkatzen am 14. Oktober im Parlament stach sie nun ein ganzes Wespennest an: Mit einiger Verzögerung brach auf Facebook und in Mails eine regelrechte Flut an Beschimpfungen über sie herein.

x  |  NOEN, zVg

Vor ihrer Rede über die Bedeutung des Kaufes heimischer Lebensmittel hatte sich Diesner-Wais gegen die pauschale Kastrationspflicht auch aller Bauernhofkatzen ausgesprochen, außerdem dürften Bauernfamilien bei Streunerkatzen nicht für alles verantwortlich gemacht werden.

Tenor der Reaktionen auf der Facebook-Seite der Gmünder „Katzennanny“: Diesner-Wais verkenne das Problem ausgesetzter, kranker, unkontrolliert sich vermehrender und leidender Streunerkatzen.

Begriffliche Unschärfe als eigentlicher Anlass

Das tue sie keinesfalls, wehrt sich Diesner-Wais heftig. Sie befürworte grundsätzlich die Kastrationspflicht von Katzen, finde aber, „dass auf Bauernhöfen eine kontrollierte Vermehrung bzw. Züchtung von Katzen etwas Natürliches und Traditionelles darstellt, selbstverständlich unter der Voraussetzung einer artgerechten Versorgung und Haltung.“

Die Tierhaltungs-Verordnung, auf die sich Diesner-Wais im Parlament bezogen hatte, umfasse jedoch verwilderte Katzen genauso wie ständig am Hof lebende Hauskatzen. Letztere würden mit dem Fangen von Mäusen den Giftmittel-Einsatz ersparen, doch auch für sie werde eine Nachkommenschaft durch die fehlende begriffliche Abgrenzung in der Verordnung generell unterbunden. Darauf habe sie primär hinweisen wollen.

Man dürfe zudem nicht jede unkontrollierte Katzengeburt auf Bauernhöfen den Landwirten anlasten und könne diese daher nicht dazu verpflichten, für deren Kastration zu sorgen: Jede wild und freilaufende Katze suche für Geburten einen geschützten Bereich, „das sind dann meist die Scheunen und Stadl der Landwirte.“ Oftmals würden sich dann Bauern aus Mitleid solcher Tiere annehmen, sie füttern und kastrieren lassen, „ohne einen Cent dafür vom Staat zu bekommen“.