Erstellt am 29. Oktober 2015, 05:27

von Markus Lohninger

Das Schlossfestival schwenkt um. Geschäftsführer dementiert Gerüchte übers Aus in Weitra: Festival will mit etwas strafferem Finanzplan in die Offensive gehen.

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Auch nachdem Beverly Blankenship 2012 nach einem Sommer das Handtuch als Intendantin warf, 2013 nur ein Notprogramm folgte und danach mit Peter Hofbauer der Neustart gelang, bleibt es turbulent rund ums Schloss-Weitra-Festival.

Geschäftsführer Paul Rzepa dementiert zwar Gerüchte über das bevorstehende Aus des größten Festivals im oberen Waldviertel, er bestätigt der NÖN aber finanzielle Nöte und eine geplante Neuausrichtung für 2016.

Altlasten seien noch abzubauen gewesen

„Die Probleme wurden mit Hilfe vieler Seiten bis zur Stadtgemeinde und Familie Fürstenberg gelöst, die offenen Beträge werden derzeit ausgezahlt“, erklärt Rzepa. Der Vorverkauf sei heuer besonders gut gelaufen, nach dem tollen Premieren-Wochenende habe der Verkauf jedoch stark nachgelassen.

So gelang gegenüber 2014 nur dank zusätzlicher Spieltermine eine leichte Steigerung auf fast 7.000 Besucher (inklusive Rahmenprogramm), die Auslastung ging von 75 auf 65 Prozent zurück.

Erwartet habe man eine wesentlich höhere Gästezahl, beteuert Rzepa, zudem seien noch Altlasten durch die technische Aufrüstung aus den Vorjahren abzubauen gewesen.

2016 solle nicht auf Kosten der Qualität, aber doch etwas gespart werden. Vor allem aber soll ein Besuchermagnet den Kartenverkauf ankurbeln. Peter Hofbauer wird daher der „Pension Schöller“ sein für das „Spiel im Schloss“ angelegtes Konzept der musikalischen Komödie mit Gesang verpassen.

Musik-Komödie bleibt Alleinstellungsmerkmal

Der vielfach verfilmte Komödien-Klassiker kommt mit weniger Personal aus, zudem soll die Musikbegleitung reduziert werden. „Inhaltlich ist es ein Zwischenrückschritt. Aber wir wollen unserem Alleinstellungsmerkmal der musikalischen Komödie treu bleiben und diese weiter etablieren“, betont Rzepa.

Die für 2016 geplante Adaptierung des Shakespeare-Stücks „Was ihr wollt“ sei auf Eis gelegt worden, weil das „Publikum schon gesagt hat, was es will – nämlich etwas Lustiges.“

Ein Bonus wird für das Schloss-Weitra-Festival 2016 auf jeden Fall auch durch die bis dahin fertiggestellte Autobahn-Verbindung zwischen Linz und Freistadt erwartet. Weitra wird so für Mühlviertler bequemer erreichbar, der Raum kann dann gezielter beworben werden.