Schrems

Erstellt am 10. November 2017, 05:35

von Thomas Weikertschläger

Bewegte 100 Jahre der Leopoldine Hobbiger. Die 1917 in Kleedorf geborene Leopoldine Hobbiger feierte Geburtstag – und berichtete etwa über die Arbeit in der Anderl-Fabrik.

Bei der 100er-Feier von Leopoldine Hobbiger (vorne) im Pflege- und Betreuungszentrum Schrems: Bürgermeister Karl Harrer, Direktor Johann Deinhofer, Maria Faltin, die Enkerl Martin und Stefan Hobbiger, Susanne Leyr und Daniela Hobbiger, Schwiegertochter Elfriede Hobbiger, Bezirkshauptmann Stefan Grusch, Karin Kovar und Kaplan Christoph Weiss.  |  privat

Einen besonderen Grund zu feiern gab es in der Vorwoche im Pflege- und Betreuungszentrum Schrems – die geborene Kleedorferin Leopoldine Hobbiger feierte ihren 100. Geburtstag.

Das schönste Geschenk für die Jubilarin war dabei die Anwesenheit ihrer engsten Familie inklusive Enkerl. Die Aufregung ging dabei sogar soweit, dass sie schon eine Stunde vor Eintreffen der Gäste an der Geburtstagstafel auf ihre Familie gewartet hat. Geboren wurde Hobbiger 1917 in Kleedorf. Ihre Kindheit sei von Armut geprägt, aber dafür schön gewesen, sagt sie. Die Schule besuchte sie dann in Schrems, danach arbeitete sie in der Anderl-Fabrik, in der auch ihr Vater beschäftigt war. Ihre Mutter bewirtschaftete eine kleine Landwirtschaft.

Während des Zweiten Weltkrieges wurde Leopoldine Hobbiger vier Jahre lang in einer Uniformschneiderei in Tschechien dienstverpflichtet. In dieser Zeit war es ihr gestattet, einmal wöchentlich nach Hause zu kommen. Das Nähen war auch später ein wichtiges Hobby Hobbigers. Nach dem Krieg heiratete sie ihren Gatten Johann, der bei der Eisenbahn beschäftigt war und zwei Kinder in die Ehe einbrachte. Gemeinsam hatten die beiden dann einen weiteren Sohn.

Nächtlicher Appetit auf Süßes reißt nicht ab

Nachdem ihr Gatte bereits mit 44 Jahren an Krebs verstorben war, kümmerte sie sich alleine um die damals neun-, 13- und 15-jährigen Kinder. Bis Mai 2015 lebte Hobbiger in Kleedorf, danach übersiedelte sie ins Pflege- und Betreuungszentrum Schrems und wohnt hier im Wohnbereich Regenbogen.

Besonders freut sie sich über die regelmäßigen Besuche ihrer Enkerl und ihrer Vertrauensperson Susanne Layr aus Niederschrems sowie von Schwiegertochter Elfriede Hobbiger.

Nach einer Schenkelhalsfraktur im Jahr 2016 verbringt sie nun die meiste Zeit im Bett, aber auch im Fernseh- bzw. Lesesessel. Appetit hat sie nach wie vor genug, auch nachts: Da gelüstet es sie des öfteren nach Essen und schwarzem Kaffee. Besonders liebt sie immer noch Süßes – auch wenn sie davon nicht mehr zu viel essen sollte – sowie Suppen.