Erstellt am 08. Oktober 2015, 05:32

von Markus Lohninger

VW-Skandal: Keine Stornos. Weltweite Turbulenzen um manipulierte Abgaswerte treffen auch den VW- und Audi-Bezirkshändler. Geschäftsführer Reinhard Maly: „Alle paar Minuten eine Anfrage.“

Negative Folgen des in den USA aufgedeckten VW-Skandals blieben im Autohaus Maly in Schrems bislang aus. Etliche Fahrzeuge müssen nachjustiert werden - möglicherweise mit zusätzlichem Personal.  |  NOEN, Petra Suchy

Der in den USA aufgedeckte „VW-Abgasskandal“ um Software zur Manipulation der Schadstoffaustausch-Messung bei einzelnen Diesel-Modellen der Volkswagen-Gruppe (VW, Audi, Skoda, Seat) ab dem Jahr 2009 zieht seine Kreise auch in den Bezirk Gmünd. „Alle paar Minuten kommt eine Anfrage, wie es nun weitergeht, was an Fahrzeugen zu machen ist“, bestätigt Reinhard Maly, Geschäftsführer des gleichnamigen Schremser Autohauses, der NÖN. Er beliefert als einziger VW- und Audi-Händler im Bezirk auch das Raiffeisen-Lagerhaus als Verkaufsagent in Gmünd, für Skoda und Seat gibt es im Bezirk keinen Händler.

Die Stimmung unter den Kunden sei, wie Reinhard Maly sagt, nicht aufgeregt. „Natürlich erkundigen sich viele Leute – wir hatten aber noch keine Beschwerden, keine Rückgaben und auch keine Stornierung“, sagt der Chef des Autohauses, dessen Wurzeln bis ins Jahr 1957 zurückreichen. Er kennt auch die Gründe dafür: „Die aktuelle Situation ändert ja nichts daran, dass die Menschen ein sehr gutes Fahrzeug gekauft haben, und die Höhe des Stickoxid-Ausstoßes ist bei uns im Regelfall kein wirkliches Kaufargument.“

Betroffene Fahrzeuge müssen in die Werkstatt

So weit wie möglich kläre man die Kunden nun auf, anhand der Fahrgestell-Nummern sollen ohnehin alle Besitzer von betroffenen Diesel-Fahrzeugen eruiert und informiert werden („viele Fahrzeuge der jeweiligen Jahrgänge sind gar nicht betroffen“). Kosten sollen ihnen durch die Software-Aktualisierung in der Werkstatt jedenfalls keine entstehen.

Die weiteren Folgen seien, so Maly weiter, derzeit noch nicht abschätzbar. Daher könne man auch noch nicht sagen, ob die derzeit 30-köpfige Belegschaft angesichts zu erwartender Nachjustierungen an manipulierten Fahrzeugen vorübergehend aufgestockt werden müsse.

Alleine in Österreich sind mehr als 363.000 Fahrzeuge von den Manipulationen betroffen, der VKI sammelt im Zuge seiner bisher größten Aktion bereits Namen von Geschädigten. Die Schweiz verbietet indes seit diesem Montag bis auf Weiteres die Neuzulassung betroffener Fahrzeuge, VW-Aktien befinden sich im Sinkflug und verärgerte Anleger drohen Klagen an.