Schrems

Update am 12. April 2017, 12:46

von Karl Tröstl

Klage gegen Gemeinde?. Hirschbacher stürzte im Winter am Parkplatz im City Center. Jetzt will er die Stadtgemeinde Schrems auf Schadenersatz und Schmerzensgeld klagen.

Symbolbild  |  Shutterstock, Astrid Gast

Mit einer Klage droht ein Hirschbacher der Stadtgemeinde Schrems. Grund dafür: Eine Verletzung, die sich der Mann (Name der Redaktion bekannt) bei einer Einkaufstour im City Center Schrems zugezogen hatte.

Der Mann war am Vormittag des 1. Dezembers des Vorjahres im City Center unterwegs, als ihm eine – seiner Meinung nach – nicht oder nicht ausreichend gestreute Fläche am Parkplatz zum Verhängnis wurde. Als er mit gefüllten Einkaufstaschen zu seinem Fahrzeug kam, stürzte er zwischen zwei Autos. „Ich bin ausgerutscht, obwohl ich Winterschuhe mit ausreichendem Profil getragen habe“, gab der Mann gegenüber der NÖN an.

Er sei mit dem linken Ellbogen am Boden aufgeschlagen. Durch den momentanen Schock habe er vorerst keinen Schmerz verspürt, sei aufgestanden und nach Hause gefahren. Dort habe er nach dem Ausziehen der Winterjacke eine Ellenbogenverletzung entdeckt. Im Landesklinikum Gmünd wurde eine Verletzung des Schleimbeutels festgestellt, die operativ behandelt werden musste. Nach drei Tagen stationärem Aufenthalt sei er weitere sieben Tage in ambulanter ärztlicher Behandlung gewesen.

"Es geht mir nicht um das Geld"

Bei der Rücksprache mit Eva Tauber vom City Center Schrems sei ihm mitgeteilt worden, dass für den Winterdienst die Gemeinde verantwortlich zeichne. Tauber gab gegenüber der NÖN an, dass sie etwaige Mängel bei der Schneeräumung unverzüglich der Gemeinde melde, an diesem Tag sei dies aber nicht der Fall gewesen. Während für die Schneeräumung auf den Gehsteigen das City-Center selbst verantwortlich ist, übernimmt auf dem Parkplatz die Gemeinde die Räumung, damit dieser auch als öffentlicher Parkplatz genutzt werden kann.

Karl Harrer  |  Archiv

Die Gemeinde habe dem Mann dann mitgeteilt, dass an diesem Tag bereits um 4 Uhr früh mit dem Winterdienst begonnen wurde und die Schneeräumung richtig erfolgt sei. Die Versicherung verweigerte dem Mann daher auch die Auszahlung des geforderten Schmerzensgeldes und Schadenersatzes (1.800 Euro). Bürgermeister Karl Harrer (SPÖ) meinte zur NÖN: „Wir haben den Vorfall unserer Versicherung gemeldet, die die Sachlage prüft – seitens der Gemeinde wurde alles getan, was zu tun ist.“

Da der Verletzte seither immer wieder Schmerzen an der verletzten Stelle verspüre, will er mit Hilfe seines Anwaltes Klage gegen die Stadtgemeinde Schrems einbringen. „Es geht mir nicht um das Geld, sondern um das Prinzip. Profit kommt halt vor dem Menschen“, klagt der Hirschbacher.