Erstellt am 18. November 2015, 06:13

von Markus Lohninger

Millionen für Hotel-Ausbau. Fleischerei Ramharter wird abgerissen, Gea-Hotel zur Post massiv zum „Hotel zur Sonne“ erweitert: mit doppelt so vielen Zimmern, Eigentumswohnungen & Wellness-Bereich.

Die ehemalige Fleischerei Ramharter in Schrems (rechts) wird abgerissen, das Areal inklusive dem Hotel wird ab kommendem Jahr zum modernen Vierkanter »Hotel zur Sonne« mit mehreren Bauobjekten.  |  NOEN, Markus Lohninger
Eben erst haben die Waldviertler Werkstätten im einstigen Schremser Parkkindergarten und künftigen Seminarzentrum eine Großbaustelle aufgerissen – schon wird der nächste Schritt gesetzt: Vorige Woche fiel die Entscheidung zum Umbau der einstigen Bipa/Konsum- Filiale und zur Erweiterung des Gea-Hotels zur Post am Hauptplatz. Insgesamt an die acht Millionen Euro sollen für die drei Projekte verbaut werden!
Herzstück ist der großzügige Ausbau des einzigen Schremser Hotels. Die Kapazität soll von 30 auf mindestens 60 Hotelzimmer verdoppelt werden, außerdem sollen auf insgesamt etwa 2.000 m2 verbauter Fläche in mehreren Baukörpern auch Ferien-, Senioren- und Eigentumswohnungen sowie Wohnraum für Mitarbeiter geschaffen werden.

Dafür wird unter anderem neben dem Hotel das Gebäude der früheren Fleischerei Ramharter abgetragen, wie der von Geschäftsführer Heini Staudinger ins Boot geholte Projektentwickler Gerald Redl erklärt. Stattdessen kommt ein dreistöckiger Holzbau, der zum Hauptplatz hin im Erdgeschoß einen „Co-Working-Space“ als offenen Raum für gemeinsames Tüfteln und gegenseitiges Inspirieren erhält. Staudinger sieht den künftigen Vierkanter als Ort der Begegnung der Generationen, „ein Mischwald ist viel gesünder als Monokultur.“ Ein Miteinander sollen auch die Reaktivierung des Kellerstüberls und Neugestaltung des Innenhofes fördern, zugleich wird ein Freizeitbereich mit Sauna, Dampfbad, Ruheraum, Tischtennis und – idealerweise – ein Pool über den Dächern der Stadt geplant.

Uni-Team sammelt Ideen für Detailplanung

„Der Abriss der Fleischerei und die Grundzüge des Projektes sind fix“, sagt Redl. Vorschläge für die Details erarbeiten seit voriger Woche im Zuge eines Projektes der Technischen Uni in Wien mehr als 20 Masterstudenten des Architekten Hannes Toifel. Die Ergebnisse sollen im Mai präsentiert werden, noch 2016 soll der Baustart erfolgen.

Bereits zuvor wird die Renovierung des Hotels vorangetrieben: Restaurant und fast alle Zimmer erstrahlen im neuen Glanz, die restlichen werden im Winter generalsaniert. Für die Wasser-Erwärmung kommt ab Anfang Dezember eine große Solaranlage, die Fassade erhält im Frühjahr Photovoltaik-Module. Das Hotel zur Post wird dann auf den Namen „Hotel zur Sonne“ hören – hat der Hauptplatz doch seit Jahren nur mehr eine stille Post, die Sonne strahlt ihm den ganzen Tag.

Sorgen, die Finanzmittel aufzubringen, macht sich Heini Staudinger nicht. Etwa 50 Geldgeber haben sich nach einem Aufruf unter Interessenten für das „Apfelbäumchen“-Modell, das nach dem Wirbel mit der Finanzmarktaufsicht um den Gea- Sparverein nun alle Auflagen erfüllt, als Investoren gemeldet. Sie wollen ihr Geld im aktuellen Fall aber nicht verborgen, sondern Miteigentümer werden.

Für „eine super Idee“ hält die Pläne der Schremser SP-Bürgermeister Karl Harrer: „Werden sie in die Praxis umgesetzt, dann wird das Projekt eine tolle Belebung für die ganze Stadt.“

Großes Interesse an Eigentumswohnungen

An Wochenenden reisen regelmäßig bis zu hundert Seminarteilnehmer an, der Bedarf nach mehr Hotelzimmern und Ferienwohnungen leuchtet ein. Wie sollen aber die Eigentumswohnungen in der nicht gerade von Zuzug beseelten Stadt besetzt werden? Redl: Man habe viele Anfragen von möglichen Zuzüglern. Die Eigentumswohnungen sollen erworben und selbst genutzt, oder durch ein Mietpool vermietet werden können. Auch Mischformen hält Staudinger für möglich, nur: „Leerstand erlauben wir nicht!“