Schrems

Erstellt am 05. April 2018, 05:21

von Markus Lohninger

Neue Kampagne: Große Krügerl im Acker. Die Geschichte hinter dem Schremser Bier erzählen – das will eine auffällige neue Kampagne: In den Feldern wird angezeigt, wo hochwertige Braugerste wächst.

Mit neuen Feldtafeln wurden die Mitglieder der „Erzeugergemeinschaft Ökoregion Waldviertel“ bei deren Generalversammlung am 28. März ausgestattet. Diese werden künftig weithin sichtbar machen, wo überall die nach hohen Standards produzierte Braugerste für Schremser Bier wächst.  |  privat

Mehr als 150 Äcker im Waldviertel werden derzeit mit überdimensionalen Bierkrügerln gekennzeichnet: Im Zuge einer groß angelegten Informations- und Image-Kampagne stattete Braumeister Karl Trojan alle seine Braugerste-Lieferanten mit solchen auffallenden Tafeln aus, auf denen Sprüche wie „In Hörmanns wächst dein Bier“ transportiert werden.

„Unser Rohstoff ist extrem wichtig, wir haben in den vergangenen Jahren aber die Geschichte dahinter etwas zu wenig erzählt“, erklärt Karl Trojan den Hintergrund der Aktion: „Wir möchten dafür sensibilisieren – und zeigen, dass wir das Thema sehr ernst nehmen.“

Bereits seit dem Jahr 1995 bezieht die Bierbrauerei Schrems nämlich hundert Prozent ihrer Braugerste (außer einzelner Malze für Spezialbiere) von kontrollierten Waldviertler Landwirten, die sich zur „Erzeugergemeinschaft Ökoregion Waldviertel“ zusammengeschlossen haben und gemeinsame Richtlinien verfolgen. „Zu einer Zeit, als Stichworte wie Regionalität oder Nachhaltigkeit noch kein Thema waren, haben wir bereits den regionalen Wirtschaftskreislauf angetrieben“, blickt Trojan zurück.

„Das Geld bleibt in der Region, und andererseits gewährleistet uns diese Partnerschaft eine verlässlich hohe Qualität des Rohstoffes, die man einfach auch schmeckt!“ Karl Trojan zur Erzeuger-Gemeinschaft Ökoregion

Weitere tragende Säulen des Modells seien infolge des EU-Beitritts Österreichs der Wunsch gewesen, dort „das Waldviertel reinzugeben, wo Waldviertel draufsteht“. Zugleich einigte man sich auf den gemeinsamen Weg des kontrollierten „integrierten Landbaus“, der ein Mittelding zwischen konventionellem und biologischem Ackerbau darstellt.

Die Vertragspartner verpflichten sich zur umweltschonenden, hochwertigen Getreideproduktion und leisten damit zugleich einen Beitrag zum Erhalt der Waldviertler Landschaft (Details siehe Infobox!). Das ist teurer in der Anschaffung, aber, so Trojan: „Das Geld bleibt einerseits in der Region, und andererseits gewährleistet diese Partnerschaft für uns eine verlässlich hohe Qualität des Rohstoffes, die man einfach auch schmeckt!“

Der Verein wurde mit Mitgliedern vor allem aus den Bezirken Gmünd und Waidhofen, aber auch aus den Randbereichen der Bezirke Horn und Zwettl gegründet. Der Gedanke sei einst gemeinsam mit seinem ehemaligen Bundesheer-Kameraden Norbert Hummel aus Waldkirchen gereift, blickt Karl Trojan zurück. Hummel ist heute Vereinsobmann und genauso von erster Stunde an im Boot wie Obmann-Stellvertreter Eduard Köck oder Nationalrats-Abgeordnete Martina Diesner-Wais, die zur Zeit der Gründung selbst Produzentin des Waldviertler Landkorns war.

Aktuell beteiligen sich ungefähr hundert Bauern an der Erzeugergemeinschaft. Sie liefern etwa 800 Tonnen Braugerste pro Jahr, die im 35-köpfigen Team der Brauerei zu insgesamt 33.000 Hektolitern Schremser Bier verarbeitet werden.