Erstellt am 05. Juni 2016, 05:50

von Markus Lohninger

Eisenberger-Fabrik wird zur Galerie. Runderneuertes Obergeschoß zeigt Einblick ins Lebenswerk des Heinrichser Künstlers. Auch Monografie kommt.

Einmalige Kulisse für eine Ausstellung: Die dritte Etage der denkmalgeschützten »Eisenberger-Fabrik«.  |  NOEN, Markus Lohninger

Für ein Wochenende war die ehemalige „Eisenberger- Fabrik“ in Gmünd-Böhmzeil im Zuge der Kulturbiennale „Übergänge-Prechody“ vor sieben Jahren bereits zur Ausstellungsfläche geworden, ab 11. Juni wird sie nach umfassender Sanierung erstmals für einen einmonatigen Dauerbetrieb geöffnet.

Dabei tritt 120 Jahre nach Errichtung des denkmalgeschützten Hauptgebäudes mit Ernst Skrika einer der bedeutendsten im Bezirk lebenden Kulturschaffenden in den Mittelpunkt. Skrika, der unter anderem in Albertina, Rupertinum Salzburg, Lentos und Neuer Galerie Linz ausstellte, feiert Anfang Juni seinen 70er. Daher versteht Hausherr Richard Pils die für 11. Juni, 11 Uhr, angesetzte Vernissage im obersten Stock als „eine Art Geburtstagsfest für einen Künstler mit einem gewissen Stellenwert in der österreichischen Szene, der hier lebt und auch einmal von den Menschen in der Region wahrgenommen werden sollte“. Obwohl der gebürtige Wiener seit 1979 in Heinrichs wohnt und hier inzwischen auch sein Atelier und Lager aufgebaut hat, waren im Bezirk noch nicht viele seiner Werke jemals zu sehen.

Einzigartiges Flair für eine Ausstellung

Insgesamt 94 Arbeiten werden nun ausgestellt, zugleich wird die soeben im Verlag „Bibliothek der Provinz“ von Richard Pils erschienene Künstlermonografie „AufZeichnungen“ (herausgegeben von Florian Steininger) mit etwa 800 Abbildungen aus allen Epochen der Schaffenszeit Skrikas präsentiert. Neben Joachim Rössl als Laudator hat sich auch ein Ensemble der Trachtenkapelle Heinrichs für die Vernissage angekündigt.

Die weite, lichtdurchflutete Industriehalle ist, wie der Lokalaugenschein zeigt, perfekt für Ausstellungen geeignet – zumal die Werke als schwebende Installationen von oben herab ins Blickfeld rücken. Pils: „Ich freue mich über die Dimension der Ausstellung, die die Architektur der Halle nicht stört, sondern mit einbezieht.“ Das Flair der Halle möchte er künftig für weitere Ausstellungen nutzen.

Pils und Herbert Schlesinger haben wie berichtet seit 2009 als neue Eigentümer eine Stange Geld investiert, um einen der kulturhistorisch bedeutendsten Industriebauten des Landes vor dem Verfall zu bewahren. Im Erdgeschoß befindet sich nun Schlesingers größtes „lebendes“ Druckmuseum Europas, die Etage darüber nützt Pils als Lager für seinen Verlag. Und über den Winter wurde das dritte Stockwerk des Gebäudes, in dem einst 300 Seiden- und Baumwollwebstühle gerattert hatten, auf Vordermann gebracht. Die Halle wurde ausgemalt, Elektrik und Beleuchtung erneuert und Schäden am Boden behoben.