Erstellt am 06. Oktober 2015, 10:27

von Thomas Weikertschläger

Sorgenkinder mit geringer Qualifikation. Wer über geringe schulische Bildung und wenige Qualifikationen verfügt, läuft Gefahr, keinen Platz am Arbeitsmarkt zu finden.

 |  NOEN, APA (Archiv)
Zwar ging die Zahl der beim AMS Gmünd arbeitslos gemeldeten Personen im September gegenüber dem Vormonat um 89 Personen (-5,9 Prozent) zurück, im Vergleich zum September 2014 sind aber 131 Personen (+10,3 Prozent) mehr arbeitslos. 

Die geschätzte Arbeitslosenquote liegt mit 9,0 Prozent damit über dem NÖ-Schnitt von 8,1 Prozent.
AMS-Geschäftsstellenleiter Gerhard Ableidinger erklärt, dass vom Anstieg Männer (713) mit 11,8 Prozent deutlicher betroffen sind als Frauen (696, +8,8 Prozent). Ein Trend, der sich schon über die vergangenen zehn Jahre zieht. Im Vergleich der September-Daten lässt sich seit 2006 bei Männern ein Anstieg um 30,9 Prozent, bei Frauen sogar ein Rückgang – wenn auch auf hohem Niveau – um 4,0 Prozent bemerken.

„Wer am Arbeitsmarkt nachgefragt sein will,
muss Qualifizierungen vorweisen können.“
AMS-Geschäftsstellenleiter Gerhard Ableidinger

Neben Älteren Personen und Personen mit körperlichen Beeinträchtigungen gehören Personen mit geringer Qualifikation zu den „Sorgenkindern“ des AMS. 651 Personen (46,2 Prozent aller Arbeitslosen) verfügen maximal über einen Pflichtschulabschluss. Weitere 509 Personen (36,1 Prozent) haben eine Lehrausbildung vorzuweisen.

Hingegen sind Personen mit mittlerer Schulbildung (102 oder 7,2 Prozent), Matura (121, 8,6 Prozent) oder akademischer Ausbildung (26, 1,8 Prozent) weniger von Arbeitslosigkeit betroffen. Ableidinger: „Wer am Arbeitsmarkt nachgefragt sein will, muss Qualifizierungen vorweisen können.“ Daher orientiere sich das AMS-Aus- und Weiterbildungsangebot an der Nachfrage der Wirtschaft, aber auch an den Neigungen und Eignungen der Arbeitslosen.