Weitra

Erstellt am 13. Juli 2016, 04:53

von Karin Pollak

Courage bewiesen: Festgäste als Lebensretter. Weitraer Arzt Khalid Jadalla bewahrte mit seiner Frau, Schwager und Schwägerin eine Pensionistin, der ein Stück Bratwurst im Hals stecken blieb, vor Ersticken.

Arzt Khalid Jadalla führte die Rettungskette beim Einsatz beim Feuerwehrfest in St. Wolfgang an.  |  NOEN, Karin Pollak

Für eine 74-jährige Pensionistin aus Zwettl hätte der Besuch des Feuerwehrfestes in St. Wolfgang am vergangenen Sonntag schlimm ausgehen können. Dank der rasch organisierten Rettungskette mit Arzt Khalid Jadalla an der Spitze konnte Schlimmeres verhindert werden: Die Pensionistin wurde vor dem Ersticken gerettet.

Gemeinsam mit Tochter und Schwiegersohn besuchte die Zwettlerin das Feuerwehrfest und genoss mittags eine Bratwurst. Ein Bissen davon dürfte ihr im Hals stecken geblieben sein, worauf sie den Feststadel verließ und zusammenbrach.

Jadalla: „Die Frau war blau-grau im Gesicht“

Arzt Khalid Jadalla, seine Gattin Andrea, eine ausgebildete Krankenschwester, sein Schwager Martin Pichler und Schwägerin Katharina, beide ausgebildete Notfallsanitäter, befanden sich zu diesem Zeitpunkt als Festgäste vor Ort.

„Plötzlich wurde ich vor den Stadel geholt. Die Frau war blau-grau im Gesicht. Es stand sofort fest, dass wir rasch mit der Reanimierung beginnen müssen“, berichtet Jadalla. Mit Gattin, Schwägerin und Schwager wurde die Patientin beatmet. „Man hat gleich gemerkt, dass die Luftröhre verlegt ist. Das Rote Kreuz aus Weitra war sehr rasch da und mit der erforderlichen Zange konnte ich das Stück Bratwurst entfernen und einen Tubus setzen“, erzählt der Arzt. Auch die Notärztin aus Gmünd war kurz danach am Einsatzort. „Wir haben dann entschieden, den Notarzthubschrauber anzufordern, der die Patientin nach Horn geflogen hat“, sagt Jadalla, der der NÖN auch erfreuliche Nachrichten bekannt gibt: „Die ersten Untersuchungsergebnisse bei der Patienten waren sehr gut. Sie befindet sich im Tiefschlaf, was bei einer derartigen Geschichte immer der Fall ist.“

„Da überlegst du nicht lange. Du tust, was zu tun ist und solange es erforderlich ist.“

Arzt Khalid Jadalla über seinen nicht alltäglichen Einsatz

Die Rettungskette sei, so Jadalla, in diesem Fall perfekt gelaufen: „Feuerwehr, Rotes Kreuz, Notarzt, das Hubschrauberteam und auch die Polizei haben ganz ausgezeichnet zusammengearbeitet.“ Das bestätigt auch das Kommando der Feuerwehr St. Wolfgang. „Alle haben ihr Bestes gegeben. Schon am Abend haben wir erfahren, dass die Pensionisten außer Lebensgefahr ist“, so Kommandant Gerald Steffel und sein Stellvertreter Werner Graf, die für den geeigneten Landeplatz neben dem Festgelände, die Absperrung des Einsatzortes und den problemlosen Festablauf während des Einsatzes gesorgt haben.

„Die Dankbarkeit der Angehörigen der Pensionistin hat uns alle gefreut. Sie haben gesehen, dass wir alles gegeben haben. Jetzt hoffen wir, dass die Zwettlerin wieder ganz gesund wird“, kann Khalid Jadalla den Wirbel um ihn, seine Angehörigen und die Lebensrettung nicht ganz nachvollziehen. „Da überlegst du nicht lange. Du tust, was zu tun ist und solange es erforderlich ist – das haben alle wirklich sehr gut gemacht.“