Erstellt am 27. April 2016, 05:24

von Markus Lohninger

Rupp: „War ja nicht zur Gaudi fort“. Thematisierung der beruflich bedingten Dauerabwesenheit von SP-Stadtrat Rupp bei gleichbleibendem Salär „angedroht“? VP fühlt sich nicht angesprochen.

Polizist Rupp: »Kann Mandat nicht vorübergehend ruhend stellen.«  |  NOEN, privat

Selten waren sie geworden, die Scharmützel zwischen den stärksten Gmünder Stadtparteien SPÖ und ÖVP. Selbst der Rechnungsabschluss samt einst heftig umstrittenem Bahnhofstraßen-Projekt passierte den Gemeinderat ohne Gegenstimme. Hatte sich nach der Machtablöse im Vorjahr tatsächlich schon etwas wie politische Idylle breit gemacht?

Naja: So weit scheint es dann doch noch nicht gekommen zu sein. Der „politische Mitbewerber“ habe immer wieder „angedroht“, das berufsbedingt langfristige Fehlen des SP-Stadtrates und Polizisten Christian Rupp bei gleichbleibenden Bezügen „öffentlich zu machen“. Das sagen die Sozialdemokraten, und gehen mit der Meldung in ihrem „Stadtkurier“ in die Offensive. Es sei „unter der Gürtellinie“, Rupp „unlauteres“ Verhalten zu unterstellen, klagen sie – und weisen darauf hin, dass ein Verzicht auf die Aufwands-Entschädigung rechtlich unmöglich ist.

Kommandant zum Bewältigen der Flüchtlingsströme

„Man kann das Mandat nicht vorübergehend ruhend stellen. Ich müsste es ganz zurücklegen – und das wollten sie vielleicht“, sagt der Polizist gegenüber der NÖN: „Das ist unfair. Ich war ja nicht zur Gaudi fort.“ Oktober bis Mitte Dezember und Mitte Jänner bis Anfang April war er als Kommandant zum Bewältigen der Flüchtlingsströme in Slowenien eingesetzt. Jetzt geht er auf Kur, die Zeit danach hänge von künftigen Migrationsbewegungen ab.

In den Auslandsmonaten seit Oktober war Rupp, der bisher Einsätze in Griechenland, Ungarn, Serbien und Slowenien mitmachte, keinen Tag daheim. „Aber ich war immer sehr eng mit dem Klub verbunden. Meine Agenden im Stadtrat wurden natürlich erledigt – von mir oder jemand anderem“, sagt er.

Klubchefin Beatrix Vischer-Simon stellt sich demonstrativ hinter ihn. Rupp halte guten Kontakt zu den Genossen, sei „immer am aktuellen Stand“.

Und die ÖVP? Die fühlt sich laut deren Klubchef Martin Preis nicht angesprochen. „Wir reagieren in keinster Weise auf den Beitrag“, stellt er klar. Nachsatz: „Wenn Rupp glaubt, sich öffentlich rechtfertigen zu müssen, dann soll er das machen.“