Erstellt am 19. Mai 2016, 05:24

von Markus Lohninger und Karin Pollak

Straßen: Ortschefs sind erstmals einig. „Mit einer Stimme sprechen“: Die Gemeindevertreter des Bezirkes Gmünd halten vier Ausbau-Schwerpunkte fest.

Die Obleute der ÖVP- und SPÖ-Gemeindevertreterverbände, Margit Göll (5. v. l.) und Karl Harrer (7. v. l.), freuen sich über die gefundene »gemeinsame Stimme«: In der Wirtschaftskammer wurde am 12. Mai eine Forderung der Bürgermeister für den Straßenausbau im Bezirk Gmünd festgehalten. Foto: privat  |  NOEN, privat
Geht es nach den Beteiligten, dann sind die Zeiten des Zwistes um Fragen des künftigen Straßenausbaus innerhalb des Bezirkes Gmünd seit 12. Mai Geschichte: Im Zuge einer Informations-Veranstaltung des Gemeindebundes von SPÖ und ÖVP in der Gmünder Wirtschaftskammer legten sich alle anwesenden Gemeindevertreter von Nord bis Süd auf einen gemeinsamen Forderungs-Katalog fest.

„Können jetzt mit einer Stimme aus dem Bezirk sprechen“

„Alle Bürgermeister haben diese Forderungen unterzeichnet“, freut sich Margit Göll, Bezirksobfrau im Gemeindevertreterverband (GVV) der ÖVP: „Durch diese gemeinsame Zielsetzung können wir jetzt mit einer Stimme aus dem Bezirk Gmünd sprechen.“

Dem schließt sich auch Karl Harrer, GVV-Bezirksobmann der SPÖ, an: „Wir haben uns mit unseren Forderungen das erste Mal geschlossen auf Maßnahmen festgelegt, die wir in den nächsten Jahren umsetzen möchten.“



Der Maßnahmenkatalog, der am 12. Mai erstellt wurde und nun der Straßenbaudirektion und dem Land NÖ übermittelt werden soll, umfasst mehrere Schwerpunkte. So haben sich die Gemeindevertreter auf den Wunsch nach einer hochrangigen Anbindung von Gmünd über Weitra, Jagenbach und Zwettl geeinigt.

Zugleich umfasst das Maßnahmenpaket eine Beschleunigung auf der B41 von Schrems, Gmünd, Weitra, Bad Großpertholz bis Freistadt sowie auf der B2 von Nagelberg, Schrems, Vitis und Horn inklusive Umfahrungen (die teils ohnehin schon angedacht sind).

Gmünd/Schrems-Zwettl soll „ertüchtigt“ werden

Im Forderungskatalog ist nun nur noch von einer „massiven Ertüchtigung“ des Individualverkehres bei Limbach, Kirchberg, Nondorf, Ullrichs, Pürbach, Gmünd und Schrems in Richtung Zwettl die Rede. – Ist damit die Forderung nach einer flotten Direktanbindung des Raumes Gmünd-Schrems an Zwettl nach all den hitzigen Diskussionen in der Vergangenheit tendenziell gestorben?

Das wird wohl eine Frage der Definition von „Ertüchtigung“ sein. Der Schremser Bürgermeister Karl Harrer würde als solche unter anderem auch schon eine Entlastung der schmalen Zubringerstraßen durch Lkw-Fahrverbote bewerten. Ausbauten oder Umfahrungen würde er begrüßen, hält er aber eher für wenig realistisch.

Seine Gmünder Amtskollegin Helga Rosenmayer (ÖVP) versteht unter dem Wort „Ertüchtigung“ zwar keinen hochrangigen Ausbau, aber sehr wohl auch erste Umfahrungen der Ortschaften zwischen Gmünd bzw. Schrems und Zwettl.

Die Frage der Reihung und Prioritätensetzung der geforderten Maßnahmen ließen unsere Gemeindevertreter vor dem Gang ins Landhaus noch offen.