Erstellt am 10. Februar 2016, 05:58

von Karin Pollak

Streit um Hunde eskaliert. Zugezogener Grafiker zeigt Jäger an, weil der ihm wegen seiner Hunde im Wald „eine Flasche“ angedroht hatte. Jäger: „Hätte das nicht gemacht…“

Die beiden Hunde von Georg Domböck (im Bild mit seinen Hauskatzen) sind dem Jäger und Jagdpächter Johann Binder ein Dorn im Auge. Er will Hunden und »Herrl« die Wanderungen durch den Wald untersagen.  |  NOEN, privat
Seit einigen Tagen muss sich die Staatsanwaltschaft dem Fall „Domböck gegen Binder“ widmen. Dessen Inhalt: Ein Streit zwischen dem Hundebesitzer Georg Domböck und dem Jäger Johann Binder.

Der Grafiker Georg Domböck aus St. Pölten kaufte vor rund drei Jahren einen alten Bauernhof in Wachtberg. Mit seinen Hunden, einem rund 50 Zentimeter hohen (Schulterhöhe) und 22 Kilo schweren Labrador-Mischling, sowie einem Podenco (Spanischer Windhund) mit 40 Zentimeter Schulterhöhe und zehn Kilo, zog er nach Wachtberg. Johann Binder ist nicht nur Jäger und Mitpächter der Jagd in Wachtberg, sondern auch Baggerunternehmer.

"Dabei wird er immer aggressiver“

„Ich habe Binder anfangs sogar einen Auftrag erteilt, wir verstanden uns gut. Aber seit einem Jahr will er mir den Spaziergang mit den Hunden durch den Wald verbieten. Dabei wird er immer aggressiver“, erzählt Domböck. Als er von Binder eine „Flasche“ angedroht bekommen hat, schaltete er seinen Anwalt in St. Pölten ein. Dieser riet ihm zur Anzeige wegen gefährlicher Drohung und Nötigung.

„Ich habe die Hunde immer an der Leine, nicht nur im Wald. Sie haben noch nie Wild gejagt oder gehetzt. Der Jäger hat kein Recht dazu, mir die Spaziergänge durch den Wald zu verbieten“, sagt Domböck. Und: „Mit seiner Drohung hat er mich in Angst und Unruhe versetzt, daher zeigte ich an.“

Staatsanwaltschaft soll Streit nun schlichten

Für Johann Binder, der seit 40 Jahren Jäger und seit rund 30 Jahren Jagd-Mitpächter ist, ist wiederum Domböcks Verhalten nicht mehr tragbar. „Ich habe ihn mit seinen Hunden auf Bildern von Fotofallen, wie er bei Futterstellen vorbeigeht. Die Hunde verschrecken und vertreiben das Wild“, beschreibt er die Situation aus seiner Sicht.

Dass er Domböck eine „Flasche“ angedroht habe, bestreitet er im NÖN-Gespräch gar nicht. „Das war aber keine gefährliche Drohung, das hätte ich auch nie getan“, so der bisher unbescholtene Jäger. „Mir geht es rein ums Wild. Wenn Herr Domböck die Jagdpacht von 3.200 Euro im Jahr übernimmt, dann kann er überall im Wald mit den Hunden durchmarschieren“, so Binder, der davon überzeugt ist, dass Domböcks Hunde frei im Wald herumlaufen: „Die Spuren im Schnee haben das gezeigt.“ Mit Schwammerlsuchern, Joggern oder Mountainbikern in seinem Revier hätte er kein Problem: „Es geht um die Hunde, die das Wild gefährden.“

Die Staatsanwaltschaft soll den Zwist nun klären. Sollte das nicht fruchten, dann droht Grafiker Domböck eine Unterlassungsklage an. Binder wiederum spricht davon, dass die „dürren Hunde eigentlich einmal überprüft werden müssten“. – Eine Einigung sieht anders aus.