Erstellt am 03. Februar 2016, 05:48

von Markus Lohninger

Beide Rekorde überboten. Gmünd verzeichnete im Vorjahr neue Höchstmarke bei Ankünften und erreichte erstmals über 70.000 Übernachtungen. Blockheide als Zugpferd – und Sorgenkind.

Tourismus-Stadtrat Alexander Berger (rechts) und Gerold Guttmann vom Tourismusbüro präsentieren neue Unterlagen für Gmünd-Besucher - und die Zahlen eines Rekordjahres der Bezirkshauptstadt.  |  NOEN, M. Lohninger

Die Bezirkshauptstadt baute ihren Rang als Tourismus-Hauptstadt im Waldviertel im vergangenen Jahr weiter aus: Gmünd durchbrach mit einem Plus von mehr als 3.600 Übernachtungen locker die 70.000er-Schallmauer, zudem schnellte die Zahl der Nächtigungs-Gäste mit 39.832 Ankünften noch einmal um 1.700 hoch – obwohl der Rekordsommer den Andrang zum Sole-Felsen-Bad und damit zur Stadt mächtig drückte. Mit der Gästezahl liegt Gmünd bereits im landesweiten Spitzenfeld hinter Top-Gemeinden wie Vösendorf, Schwechat, Baden, St. Pölten oder Krems.

„Man sieht die positive Entwicklung in der Stadt“, freut sich Tourismus-Stadtrat Alexander Berger (ÖVP) über den zweifachen Rekord: „Manche Badegäste verlassen das Hotel während ihres Aufenthaltes nicht, ein großer Teil trägt aber zur Belebung auch der Stadt bei.“

Das kann Gerold Guttmann vom Tourismusbüro der Stadtgemeinde auch mit Zahlen belegen: Im Vorjahr wurden ein Fünftel mehr Führungen als 2014 gebucht, die Zahl der Teilnehmer stieg um zehn Prozent auf 4.010. Nicht weniger als 65 Gruppen sind auch schon für 2016 vorgemerkt – kein Wunder, dass Guttmann potenzielle neue Stadtführer einlädt, sich am Gemeindeamt zu melden oder einmal unverbindlich eine Runde mitzugehen.

Viehhaltung: Aus der Not eine Tugend machen?

Voriges Jahr besichtigten 57 Gruppen die Stadt und 13 die Museen, größter Beliebtheit erfreut sich nach wie vor der Naturpark Blockheide (128 geführte Touren). Dieses erste touristische Juwel der Stadt bleibt aber ein Sorgenkind. Es drohen wie mehrfach in der NÖN berichtet Verbuschung und Verwaldung, der ursprüngliche Charakter der durch Tausende Granit-Restlinge und Kleinstfelder geprägten Heidelandschaft ist bereits über weite Strecken verloren.

„Es muss gehandelt werden, damit die Heide erhalten bleibt“, betont auch Stadtrat Berger, der seinen Wunsch nach einer Entpolitisierung des Blockheide-Vereins erneuert („obwohl ich selbst im Vereinsvorstand bin, habe ich nicht wirklich einen Informationsstand – derzeit herrscht hier leider Stillstand.“).

Seit Jahren steht die Vision der Rückkehr zu einer nachhaltigen Bewirtschaftung des Naturparks durch einen „Blockheide-Bauern“ im Raum. Zumindest eine aktive Beweidung hält Alexander Berger für realistisch. Ein erster Schritt in diese Richtung könne ein noch in den Kinderschuhen stehendes Projekt zur Beweidung von Teilen der Lainsitz-Niederung sein. Die Idee wäre hier eine Verbindung der ohnehin notwendigen Pflege von Flächen mit aktiver Viehhaltung – und damit die Schaffung einer neuen Attraktion in Zentrumsnähe. Berger: „Erste Gespräche auch mit Experten gab es bereits. Noch sind aber Gespräche mit interessierten Grundstücks-Besitzern zu führen und viele weitere Fragen zu klären.“

Nachfrage nach Angler-Möglichkeiten steigt

Für das laufende Tourismus-Jahr wird die Blockheide jedenfalls, wie Gerold Guttmann erklärt, noch bei den Eingängen mit zwei neuen Wandertafeln ausgestattet. Bereits optisch und inhaltlich überarbeitet wurden Gästezimmerliste und Ortsprospekt, der Folder „Ge(h)schichten zweier Städte“ wurde überarbeitet und zweisprachig neu aufgelegt. An der Neuauflage des „Stadtspaziergängers“ für unterwegs, der neuerdings an einigen Stellen gemeinsam mit einer Parkuhr entnommen werden kann, wird gearbeitet.

Heuer noch will Guttmann über die Kleinregion und deren Gemeinden die Angebote, Zeiten und Kontakte zum Fischen in der Region in einem Folder zusammenfassen: „Dieser Trend gewinnt auch angesichts der Bekanntheit des Waldviertler Karpfens zunehmend an Bedeutung. Bei den Ferienmessen kommt sehr viel Nachfrage.“


Statistiken 2015

Ankünfte 39.832 (+1.678)

Nächtigungen 70.859 (+3.632)

Führungs-Teilnehmer 4.010 (+365)

Gruppen 199 (+20)