Erstellt am 15. Mai 2016, 05:54

von Markus Lohninger

Traum ging in Erfüllung. David Süß durfte im Zuge einer mehrtägigen Rom-Reise das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche treffen. Der NÖN erzählt er seine Eindrücke.

Die österreichische Delegation um David Süß (links) und Richard Hansl zauberte ein Schmunzeln auf die Lippen des Papstes: Ein mitgebrachter »Pileolus« - die weiße Kappe - war etwas zu groß für das Kirchenoberhaupt.  |  NOEN, privat

Selbst ein harter Hund wie Hermann Maier war nach seiner Audienz beim Papst im Jahr 2007 tief beeindruckt. „Es war das vielleicht Schönste, das ich je erlebt habe“, sagte der Ski-Star, der zuvor zwei Olympiasiege und drei Weltmeister-Titel geholt hatte.

Da darf die Ergriffenheit des Schremser ÖVP-Stadtrates David Süß aus Langschwarza nach seiner Audienz bei Papst Franziskus am 4. Mai nicht verwundern: Für den 27-Jährigen, der sechs Jahre lang Ministrant war und sich seit Jahren als Lektor und im Pfarrgemeinderat engagiert, ging in Rom an der Seite des Oberösterreichers Richard Hansl ein Traum in Erfüllung.

„Wir verließen die Audienz mit zittrigen Knien und schwitzenden Händen, aber mit unvergesslichen Eindrücken. Und mit einem Rosenkranz, den wir vom Papst bekommen hatten“, blickt Süß zurück: „Dieser bekommt einen Ehrenplatz bei uns zu Hause.“

„Auf Facebook schrieben viele junge Leute,
die vielleicht nicht regelmäßig zur Messe gehen.
Ich glaube, der Papst ist auch für sie eine Person,
die Emotion erzeugt und ein Vorbild ist.“
David Süß

Durch Hansl, der einst beim Bauernbund arbeitete und nun im Zuge der Priesterausbildung in Rom studiert, kam es zur Planung eines Ausfluges des Büros im Österreichischen Bauernbund, wo David Süß als Generalsekretär der Jugendorganisation tätig ist. Kardinal Christoph Schönborn und der Apostolische Nuntius Peter Stephan Zurbriggen arrangierten schließlich das Treffen im Zuge der Generalaudienz des Oberhauptes der römisch-katholischen Kirche am Petersplatz.

Davor waren Hürden zu bewältigen. Einerseits hatte Süß einen Geschenkskorb mit Schremser Bier, Tee vom Kräuterhof Zach in Gebharts, Wein vom Weingut Nagelmaier aus Pürbach oder selbstgemachter Marmelade mit. Damit musste er sechs Sicherheitskontrollen passieren, ehe auch der Korb mit zum zugewiesenen Platz in der ersten Reihe gleich neben dem Altar und hinter Kardinälen und Bischöfen aus aller Welt durfte. Hansl, der die zwölfköpfige Bauernbund-Delegation die ganze Rom-Reise bis Sonntag über begleitete, haderte indes damit, dass sein Name auf der Eintrittskarte trotz schriftlicher Zusage des päpstlichen Privatsekretärs Georg Gänswein fehlte. Ein mit Gänswein befreundetes deutsches Paar half aus der Patsche.

Das Treffen mit dem Papst beschreibt David Süß so: „Er begrüßte uns, wir stellten uns vor, wechselten auf Englisch einige Worte und baten ihn um Unterstützung für die heimische Bauernschaft. Nach einer Minute (so lange hat keiner mit ihm geredet) war es wieder vorbei.“ Auch für Hansl war es die erste Begegnung mit Franziskus, der kurz danach im Zuge der Verleihung des Aachener Karlspreises ganz klar zu Entwicklungen in Europa Position bezogen hatte: „Ich träume von einem Europa, von dem man nicht sagen kann, dass sein Einsatz für die Menschenrechte an letzter Stelle seiner Visionen stand.“

Bestätigung für die ungeheure Popularität des Papstes selbst in schwierigen Zeiten der katholische Kirche erhielt Süß nicht nur im extremen Rummel in Rom, sondern auch von Zuhause. Auf Facebook erhielt er gut 500 Reaktionen zur Audienz, sagt er: „Da waren auch sehr viele junge Leute dabei, die vielleicht nicht regelmäßig zur Messe gehen, sich aber dennoch für den Papst begeistern. Meiner Erfahrung nach ist er auch für sie eine Berühmtheit – eine Person, die Emotion erzeugt und ein Vorbild ist.“

„Auf Facebook schrieben viele junge Leute, die vielleicht nicht regelmäßig zur Messe gehen. Ich glaube, der Papst ist auch für sie eine Person, die Emotion erzeugt und ein Vorbild ist.“ David Süß