Erstellt am 05. November 2015, 05:02

von Markus Lohninger

Auch die HAK in Gefahr?. Lehrer-Sager über Halbierung der Standorte von Handelsakademien im Waldviertel bis 2025. Landesschul-Inspektorin dementiert ausdrücklich.

Reine Phantasie? Zwei der vier Waldviertler Handelsakademien (im Bild das Gmünder Schulzentrum) sollen, wie bei einer Studienpräsentation in Heidenreichstein gesagt wurde, bis 2025 geschlossen werden.  |  NOEN, ml
Es war nur ein Beitrag in der Debatte über die gegenwärtige Malaise der Infrastruktur im Waldviertel, den ein anwesender Gmünder HAK-Lehrer bei der Studienpräsentation „(Über)leben an der Grenze“ am 28. Oktober in Heidenreichstein (siehe Seite 35!) brachte. Doch der saß: Aktuell werde vieles zur Gyn Waidhofen geschrieben, aber „es gibt auch ganz konkrete Pläne, die kaufmännischen Schulen in Horn, Zwettl, Waidhofen und Gmünd bis 2025 auf zwei zu reduzieren“.

Ein weiterer Tiefschlag zum schleichenden Rückschritt bei Straße, Bahn, Spitälern, Posten und Behörden – der am Ende des Tages wieder Gmünd treffen wird? Ein klares „Nein“ kommt dazu von der Gmünder HAK-Direktorin Jutta Göschl und auch von der für Handelsakademien zuständigen Landesschul-Inspektorin Brigitte Schuckert. 

„Weiß weder offiziell noch inoffiziell etwas“ 

Göschl weiß dazu „weder offiziell noch inoffiziell etwas. Wir sind ein guter Standort mit vier wachsenden Schultypen.“

„Ich kenne keine konkreten Schließungs-Pläne für das Waldviertel, müsste sie in dem Fall aber kennen“, sagt auch Schuckert zur NÖN: „Gerade die Gmünder HAK hat gute Schülerzahlen, arbeitet wirklich gut und ist besonders aktiv.“ Sorgen um Handelsakademie-Standorte im Waldviertel hat sie nicht.

Kritischer sei es bei Handelsschulen, aber: „Erreicht hier ein Jahrgang die vorgegebene Schülerzahl nicht, dann gibt es keine erste Klasse. Das war in Gmünd einst der Fall – als wir wieder genug Anmeldungen hatten, gab es wieder eine erste Klasse. Genauso wäre es bei der HAK, auch hier würde es bei wenigen Anmeldungen vielleicht eine Klasse, aber doch nicht gleich die ganze Schule treffen!“

Zuletzt hatte Alt-Abgeordneter Rudolf Parnigoni im Herbst seiner politischen Karriere das heiße Eisen in die Hand genommen und die Schließung einer HAK im Waldviertel zugunsten einer HTL vorgeschlagen. Von einer Umwandlung war in Heidenreichstein keine Rede.

Laufend sinkende Schülerzahlen im Waldviertel wegen rückläufiger Geburtenzahlen und Abwanderung seien aber generell nicht gut für die Schulstandorte, gibt sich Jutta Göschl vom Schulzentrum keinen Illusionen hin. „Man kann es symbolisch werten, wenn nach der Geburtenabteilung Gmünd auch jene in Waidhofen geschlossen wird. Es ist schlimm, was man da Frauen und jungen Menschen, die sich bei uns niederlassen möchten, zumutet“, klagt sie.