Erstellt am 06. Juni 2016, 05:55

von Karin Pollak und Thomas Weikertschläger

„Ja“ zu Wasser von EVN. Unserfrauer sprachen sich für neue Wasserleitung aus. Leitung der EVN-Wasser-GmbH soll jahrzehntelanger Lösung mit Gemeinde Weitra folgen.

 |  NOEN, Bilderbox.com/Erwin Wodicka

EVN-Wasser soll die neue Wasserleitung in Unserfrau bauen – darauf einigten sich die Bürger von Unserfrau bei einer Infoveranstaltung am 25. Mai im Gemeindeamt.

ÖVP-Bürgermeister Otmar Kowar informierte über Vor- und Nachteile der Pläne. Unserfrau bezieht seit Jahrzehnten Wasser aus Weitra – meist auch ohne Probleme. In den letzten Jahren, besonders im trockenen Vorjahr, musste Weitra aber aufgrund von Wasserknappheit die Lieferung einstellen. EVN-Wasser übernahm die Versorgung von Unserfrau über die eigentliche „Notwasserleitung“ von Altweitra nach Unserfrau. Derzeit bezieht Unserfrau wieder Wasser aus Weitra. „Wenn wir Unserfrau mit EVN-Wasser beliefern, dann müssen wir auch ganz Altweitra damit versorgen und das Altweitraer Brunnenwasser ausrinnen lassen“, so Kowar.

Die geplante EVN-Wasserleitung (die NÖN berichtete) würde Abhilfe schaffen. Durch die beiden Übergabestationen in Unserfrau könnten die Siedlungen am Berg einen höheren Wasserdruck in den Leitungen erhalten. Kostenmäßig würden die Unserfrauer dadurch nicht zum Handkuss kommen – EVN-Wasser finanziert die neue Leitung, der Wasserpreis wird durchschnittlich alle zwei Jahre angepasst. „Auch Weitra hält sich an die Wasserpreise von EVN-Wasser“, so Kowar.

Fuchs: „Entscheidung ist zu akzeptieren“

Eine Kündigungsklausel ist im Liefervertrag mit Weitra nicht vorgesehen. „Natürlich will Weitra uns weiter Wasser verkaufen und ein Geschäft machen, aber jeder muss auf sich selber schauen. Wir sind mit niemandem verheiratet“, erklärte Kowar, der die freundschaftlichen Verbindungen mit der Nachbargemeinde nicht gefährdet sieht: „Man weiß ja nicht, wie lange uns Weitra noch beliefern kann. Außerdem ist das Angebot von EVN-Wasser durchaus verlockend.“

In der Sitzung des Gemeinderates am 25. Mai stimmte dieser einstimmig für die EVN-Lösung. Kowar: „Jetzt müssen wir die Details mit Weitra abklären. Das ist eine Chance, die Versorgungssicherheit für unsere Gemeinde bietet.“ Auch wenn dem Weitraer Bürgermeister Raimund Fuchs (ÖVP) noch kein offizielles Schreiben vorliegt, will er Unserfrau-Altweitra im Sinne der guten Zusammenarbeit nichts in den Weg legen: „Diese Entscheidung ist zu akzeptieren. Die technischen Details werden wir besprechen.“