Erstellt am 20. Oktober 2015, 06:12

von Markus Lohninger

Straßenausbau: SPÖ-Spitze protestiert. Androsch/Antoni schlagen angesichts der Ausbaupläne Zwettl-Weitra-Vitis Alarm. Ablehnung auch in Umfrage.

Konrad Antoni fordert eine leistungsfähige Verkehrsverbindung mit dem Wirtschaftsraum Gmünd-Schrems.  |  NOEN, privat

Für scharfen Protest aus der vorderen Reihe der SPÖ im Waldviertel sorgte der vorwöchige NÖN-Bericht über das Bekenntnis von Landes-Verkehrsplaner Friedrich Zibuschka zum hochwertigen Straßenausbau in den Bezirk Gmünd. Er will diesen nicht direkt über Kirchberg, sondern über die Weitra- bzw. Vitis-Achse zu planen.

Androsch und Antoni sehen „verfehlte Verkehrspolitik“

Landesrat Maurice Androsch und Nationalrats-Abgeordneter Konrad Antoni sprechen in dem Zusammenhang von „verfehlter Verkehrspolitik“, die Verkehrsplaner würden die Prioritäten statt auf den Wirtschaftsraum Gmünd-Schrems aufs falsche Pferd setzen. Der Großraum Gmünd-Schrems habe viele Firmen und Arbeitsplätze.

„Was fehlt, sind leistungsfähige Verkehrsverbindungen zu den Wirtschaftsräumen im Süden und Norden, um den steigenden Ansprüchen gewachsen zu sein“, sagt Androsch. Antoni hält weitere Verzögerungen in der besseren Anbindung an die Ballungszentren Krems und St. Pölten sowie in Richtung Budweis für „nicht mehr tragbar“.

NÖN-Community fordert Direktverbindung

Der bereits 2008 von den Verkehrsplanern beworbene „sanfte Ausbau“ sei, wie Androsch und Antoni in einer Aussendung festhalten, eine klare Fehlentscheidung gewesen, „die sich nun bitterlich rächt. Der Aufholbedarf ist zwischenzeitlich unübersehbar. Deswegen darf es zu keinen weiteren Fehlleistungen kommen, die das Obere Waldviertel auf Jahre hin weiter ausbremst.“

Die Ansicht der SPÖ-Mandatare teilt offenbar die Mehrheit der 254 Teilnehmer an der Umfrage auf NÖN.at. Mehr als zwei Drittel davon halten den Ausbau über Vitis und Weitra in den Bezirk Gmünd für nicht ausreichend, 61 Prozent fordern eine starke Direktverbindung in die Landeshauptstadt. Die Aussicht darauf, dass künftige Trassen gut an den Raum Gmünd und Schrems angebunden werden, stimmte bloß sechs Prozent der Online-Wähler positiv.