Erstellt am 14. Oktober 2015, 06:17

von Markus Lohninger

Kein Direkt-Ausbau nach Zwettl. Aus für Kirchberg-Trasse: Hochwertige Straßen in Richtung Landeshauptstadt nur via Vitis und Weitra.

 |  NOEN
An sich hatte Friedrich Zibuschka, oberster Verkehrsplaner des Landes, schon Anfang 2013 den Aufbau einer hochwertigen Straßenverbindung zwischen Zwettl und Weitra als nächsten Schritt nach dem geplanten Ausbau der Achse Zwettl-Vitis angekündigt. Dann hatten Politiker und Gewerbetreibende im Raum Gmünd-Schrems heftig beklagt, hier ignoriert zu werden. Dann kehrte wieder Ruhe ein.

Nun bestätigte Zibuschka aber der NÖN, dass Vorplanungen für die Zwettl-Weitra-Trasse in Richtung Freistadt mit Umfahrungen von Jagenbach, Wörnharts und Weitra bereits laufen. „Es ist eine Sache für die nächsten zehn Jahre, die auch die Anbindung an Gmünd beinhalten soll“, betont Zibuschka. Er sieht noch einige offene Entscheidungen – auch mit Blick auf Tschechien. Zugleich kursieren bereits Grafiken mit ausgebauten Trassen von Zwettl nach Vitis, auf der B2 nach Schrems und via Gmünd in Richtung Weitra.

Darauf setzt auch Gmünds Bürgermeisterin Helga Rosenmayer (ÖVP). Sie hat nichts gegen die Zwettl-Weitra-Variante, pocht aber auf eine hochwertige Anbindung des Raumes Gmünd- Schrems an die Außenwelt. Ein Ausbau der B2 zwischen Nagelberg, Schrems und Horn sei ihm zugesichert worden, sagt indes Peter Weißenböck, Wirtschaftskammer-Bezirksstellenleiter, dazu. Angesichts dessen gefalle ihm die Zwettl-Weitra-Trasse.

Ohne Kirchberg wäre es „nicht zu verstehen“

Mit dem sich offenbar anbahnenden „vollständigen Ausbau“ der Verbindung zwischen Vitis und Schrems rechnet auch die ÖVP in Kirchberg. Sie fordert für diesen Zeitpunkt wie in der NÖN berichtet nun ein Lkw-Fahrverbot im ganzen Gemeindegebiet – gegen das sie sich einst jahrelang gestemmt hatte.

„Die können sich das nicht einfach untereinander ausmachen und die anderen politischen Kräfte ignorieren“, beklagt der Schremser SPÖ-Bürgermeister Karl Harrer mangelnde Einbindung und Information. Der Weg über Vitis sei nicht ausgebaut, ein Riesenumweg – und ein Ausbau nicht in Sicht, „alles andere als eine direkte Verbindung über Kirchberg wäre für unsere Betriebe und Bevölkerung kaum zu akzeptieren.“

Dass der Großraum Gmünd-Schrems mit den meisten Einwohnern und den wichtigsten Betrieben im Waldviertel keinen hochwertigen Direktanschluss über Zwettl an Krems und St. Pölten erhalten soll, hält auch Arbeiterkammer-Bezirksstellenleiter Michael Preissl für „Wahnsinn. Das ist vom Sinn der Sache her nicht zu verstehen, wäre eine Schwächung der betroffenen Gemeinden.“

Rasch käme diese nicht. Bevor im Bezirk ausgebaut wird, müssen die Zwettl-Umfahrung und die laut Zibuschka bereits ausgeplante Verbindung Zwettl-Vitis mit Umfahrungen von Großglobnitz und Kleinpoppen (Start ab 2017) abgewickelt werden. Er sieht hochwertige Straßenwege in den Bezirk Gmünd ab dem Jahr 2022 aktuell werden.