Erstellt am 21. Januar 2016, 05:48

von Johannes Bode

Begegnung mit Kunst. Im Stift Eisgarn drückten zugewanderte und alteingesessene Künstler mit ihren Werken gegenseitigen Respekt aus.

Bei der Vernissage im Stift Eisgarn: Propst Andreas Lango, Eyad Bakleh, Gerda Kohlmayr, Mohammed Majid Waheeb, Elisabeth Springer, Birgit Weinstabl, Myriam Urtz, Sebastian Hermann und Sevde Evci (von links.) vor einer Malerei von Weinstabl (rechts hinten) und Zeichnungen von Bakleh (links hinten).  |  NOEN, Bode

Gleich sieben „neu zugewanderte und alteingesessene Waldviertler KünstlerInnen“ zeigt die Kulturplattform „Together“ in der Galerie im Stift Eisgarn. Dementsprechend voll war der kleine Raum bei der Vernissage am 16. Jänner.

Entstanden ist eine abwechslungsreiche bis lose zusammengewürfelte Schau, die die unterschiedlichsten Stile und Techniken zeigt. Zusammengehalten wird das alles vom Titel der Ausstellung: „Respekt“. Damit thematisiert Elisabeth Springer, was „Together“ seit Beginn der Tätigkeit ausmacht, nämlich den grenzüberschreitenden, völkerverbindenden Gedanken.

Neben den „alteingesessenen“ Waldviertlerinnen Myriam Urtz, die neben Keramiken auch kleine Collagen zeigt, und Gerda Kohlmayr, die Schmuck und Grafiken mitgebracht hat, ist Schmuck von der jungen Niederschremserin Sevde Evci zu sehen. Die junge Künstlerin Birgit Weinstabl zeigt neben großformatigen, zwischen abstrakt und gegenständlich changierenden Malereien – man könnte sie Farbkörper nennen – Tauben aus Keramik: Ihnen sind Lehnwörter auf den Rücken geschrieben, etwa das tschechische „Ksindl“, das in der österreichischen Mundart „Gesindel“ wurde.

Die beiden „neu zugewanderten“ Waldviertler, Eyad Bakleh, 32 Jahre alt und studierter Medienwissenschaftler aus Syrien, der derzeit in Litschau wohnt und Mohammed Majid Waheeb, 23 Jahre alt und aus dem Irak, der derzeit in Eisgarn lebt, zeigen zahlreiche technisch versierte Zeichnungen, unter denen vor allem Porträts und Popkultur-Referenzen zu finden sind. Bei Mohammed Majid Waheeb taucht die Mona Lisa (mit einer dicken Zigarette) genauso auf wie die „Guy Fawkes“-Maske aus dem Film „V for Vendetta“, die auch vom Kollektiv „Anonymous“ verwendet wurde. Der die Menschen abschottende Zaun, der natürlich das Gegenteil einer Tür mit Seitenteilen ist, wird hier auch thematisiert.

Gesichter sind auch in den Zeichnungen des jungen Künstlers Sebastian Hermann aus Heidenreichstein zu finden, der derzeit an der Angewandten in Wien studiert. Spannender sind jedoch seine kleinen Skulpturen, die verfallenes Obst „konservieren“ – bzw. es zumindest in seiner „unvollkommenen“ Form bewahren.

Um den Reigen an Nationen zu komplettieren, wurde die Vernissage von den Tschechen Magdalena Cihlárová und Matej Cihlár  musikalisch umrahmt.

Die Ausstellung ist noch bis Mitte Februar (Mo-Fr 9-12 Uhr bzw. nach telefonischer Übereinkunft 02865/5639) zu sehen.