Waldenstein

Erstellt am 06. Juli 2016, 06:10

von Thomas Weikertschläger

Aufregung: Hunde töteten Kaninchen. Nachdem entlaufene Hunde Tiere eines elfjährigen Buben getötet haben, zeigte Familienvater Hundebesitzer an. Jetzt droht sogar eine Freiheitsstrafe.

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Aufregung über freilaufende Hunde gibt es derzeit in Waldenstein. In der Vorwoche musste deshalb die Polizei ausrücken. In der NÖN erhebt ein zweifacher Familienvater nun Anklage gegen den Hundehalter.

An diesem Tag wurde der Familienvater vom Gebell von Hunden geweckt – zwei Hunde hatten sich Zugang zum Kaninchengehege verschafft. Zwei Kaninchen lagen bereits tot auf der Wiese, über zwei andere machten sich die Hunde gerade her.

Die Polizei konnte den Hundehalter aus Albrechts rasch ausforschen. „Hier hat es schon mehrfach Vorfälle wegen freilaufender Hunde gegeben“, erzählt der Familienvater. Der Hundehalter habe sich auch bereit erklärt, den Schaden zu ersetzen, allerdings: „Der materielle Schaden ist nicht das Problem. Auch mit viel Geld lassen sich die Kaninchen nicht mehr lebendig machen.“ Besonders der elfjährige Sohn habe eine enge Beziehung zu den Tieren aufgebaut. Es sei unverantwortlich, wenn Personen Hunde halten und nicht in der Lage seien, diese entsprechend zu beaufsichtigen. „Was wäre gewesen, wenn die Hunde Babys oder Kleinkinder angetroffen hätten?“, so der Familienvater.

Die Polizei hat eine entsprechende Meldung an die Bezirkshauptmannschaft Gmünd erstattet. Dort heißt es, ein Verstoß gegen die Bestimmungen des NÖ Hundehaltegesetz sei eine Verwaltungsübertretung. Wenn Hunde wegen mangelnder Sorgfalt des Hundehalters entlaufen können, sei dies ein Verwaltungsstraftatbestand und werde durch die Bezirkshauptmannschaft verfolgt und bestraft. Wenn durch eine sorglose Verwahrung von Hunden eine Sachbeschädigung eintrete, drohe aber ein Gerichtsverfahren nach dem Strafgesetz. Da in Österreich Doppelbestrafung verboten ist, müsse zuerst das Gericht wegen der Sachbeschädigung entscheiden. Werde keine Sachbeschädigung festgestellt, erfolge ein Verwaltungsstrafverfahren nach dem NÖ Hundehaltegesetz durch die BH.

Im Fall einer Bestrafung nach dem NÖ Hundehaltegesetz droht dem Hundehalter eine Geldstrafe bis zu 10.000 Euro. Zudem können die Hunde weggenommen werden. Im Falle einer Sachbeschädigung droht eine Freiheitsstrafe bis zu sechs Monaten oder eine Geldstrafe von bis zu 360 Tagessätzen.