Erstellt am 21. März 2016, 06:54

von Karin Pollak und Harald Winkler

Musterung anno 1916. Der Waldensteiner Franz Röhrenbacher besitzt zahlreiche historische Dokumente. Darunter ein 100 Jahre altes Foto.

Ein Foto mit Seltenheitswert ist im Besitz von Franz Röhrenbacher aus Waldenstein. An dieser Musterung im Jahr 1916 nahm auch sein Vater Franz teil. Er war damals 16 Jahre jung (Zweiter von rechts stehend).privat  |  NOEN, privat

Der 83-jährige Waldensteiner Franz Röhrenbacher hat neben seiner langjährigen Lebenserfahrung auch einige sehr alte Fotos und Dokumente in seinem Besitz. Besonders stolz ist er auf das Foto von der Musterung seines Vaters, die sich heuer zum 100. Mal jährt.

Die Musterung hieß damals „Assentierung“. Damit bezeichnete man die Einreihung von kriegsdiensttauglichen Wehrpflichtigen in das ehemalige österreichisch-ungarische Heer. Damals war Franz Röhrenbacher sen. 16 Jahre alt. „Die Musterung hat in Gmünd stattgefunden.

Obwohl untauglich musste Vater in Krieg

Mein Vater war untauglich, er musste aber dann doch in den Ersten Weltkrieg ziehen. Er war im Gefangenenlager in Mährisch Ostrau im heutigen Tschechien. Er hat das relativ gut überstanden“, erzählt Franz Röhrenbacher zu diesem Foto, das er besonders in Ehren hält. Das Jahr 1916 war das zweite Jahr des „großen Krieges“, die Schlacht von Verdun und die verbitterten Kämpfe an der Ostfront prägten dieses Kriegsjahr. Viel hätte sein Vater davon der Familie nicht erzählt, nur mit seinen gleichaltrigen Freunden wurde beim Kartenspielen über den Weltkrieg gesprochen.

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In den Zweiten Weltkrieg brauchte sein Vater, der 1900 auf die Welt gekommen ist, nicht ziehen. Auch der heute 83-jährige Sohn entkam diesem Schicksal. „Als ich 15 war, war der Krieg aus. Dafür habe ich die Zeit der Besatzung mit all seiner Härte mitbekommen. Alleine in Waldenstein waren an die 700 Russen untergebracht. Von ihren großen Geschützen waren wir Buben total fasziniert“, erinnert sich Franz Röhrenbacher, der nach wie vor mit Gattin Maria in seinem Elternhaus wohnt und die Erinnerungsstücke wie einen Schatz bewahrt.
 

Franz Röhrenbacher (83) hat Fotos und Dokumente von seinen Eltern in seinem Besitz.

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