Gmünd , Zwettl

Erstellt am 10. August 2016, 05:00

von Markus Lohninger

Bahn zu früh abgefahren?. Statt mit der Waldviertelbahn mussten zwei Eisenbahnfreunde aus Thüringen zwei Mal mit dem Taxi vorlieb nehmen. Die NÖVOG kontert auf die Vorwürfe.

NÖVOG Geschäftsführer Gerhard Stindl und Verkehrslandesrat Karl Wilfing bei der Fahrt mit der Waldviertelbahn. Am 17. August ist übrigens wieder der „Candle Light Train“ unterwegs.  |  NOEN, NÖVOG/Luger

Wer eine Reise tut, der kann bekanntlich was erzählen. Zwei Bahn-Freaks aus Erfurt brachten aus dem Waldviertel eine besonders ungewöhnliche Geschichte mit in den Freistaat Thüringen.

Und die geht so: Zwei Männer – die selbst beide bei deutschen Bahnen arbeiten – verbringen einige Urlaubstage in eské Bud jovice (Budweis), um in Tagesausflügen die nostalgischen Schmalspurbahn-Strecken in Südböhmen und im Waldviertel zu erkunden. Dann fährt ihnen ausgerechnet in Groß Gerungs und tags darauf auch noch in Alt-Nagelberg die Waldviertelbahn der NÖVOG vor der Nase davon – obwohl sie ihrer Aussage zufolge pünktlich sind.

NÖVOG bedauert Unannehmlichkeiten

In Gerungs sollen sie demnach drei Minuten vor Planabfahrt am Bahnhof gewesen sein, in Alt-Nagelberg sollen sie von Litschau aus kommend nach einem Fotostopp nicht mehr mitgenommen worden sein. Jedenfalls mussten sie offenbar beide Male ein Taxi zurück nach Gmünd nehmen, von wo es mit dem Auto retour nach Budweis ging. Sie hätten bisher mit rechtzeitig oder zu spät abfahrenden, aber noch nie mit zu früh abfahrenden Zügen zu tun gehabt, erzählten sie in Gmünd.

Die NÖVOG bedauert die Unannehmlichkeiten. Pressesprecherin Annegret Zwickl hält auf NÖN-Nachfrage aber fest, dass der betreffende Zug „pünktlich um 17 Uhr in Groß Gerungs abgefahren ist. Auch am folgenden Tag ist die Bahn weder zu früh noch zu spät aus Alt-Nagelberg losgefahren. Personen, die den Zug zum Fotografieren verlassen haben, sind dem Zugpersonal nicht aufgefallen.“

Gruppe in Alt-Nagelberg: kein Zug, kein Mahl

Am 3. August soll indes auch der Bahnausflug einer sechsköpfigen Gruppe, die von Heidenreichstein aus via Alt-Nagelberg und Gmünd zum Mittagessen nach Groß Gerungs fahren wollte, verfrüht geendet haben. Ihr Pech war, dass das als Paralleleinfahrt geplante Zusammentreffen der Bahn des Schmalspurbahnvereins (WSV) aus Heidenreichstein mit der aus Litschau kommenden Garnitur der Waldviertelbahn nicht zustande kam – als der WSV-Zug in Alt-Nagelberg eintraf, war die Waldviertelbahn bereits abgefahren.

Man warte im Interesse jener Kunden, die beide Bahnen nutzen möchten, gerne auf das Zusammentreffen beider Garnituren und tausche sich regelmäßig über Verspätungen aus, betont NÖVOG-Sprecherin Zwickl: Am 3. August sei die Waldviertelbahn aber in Gmünd bereits von einer Gruppe von 140 Personen erwartet worden, die nach Groß Gerungs fahren wollten, „daher war es uns nicht möglich, den verspäteten Zug abzuwarten.“

Da der einzige örtliche Wirt mittwochs geschlossen bleibt, sollen die sechs Reisenden das Mahl in Gerungs jedenfalls kurzerhand gegen eine Wanderung zum Hinterpocher eingetauscht und mit leeren Mägen den letzten Zug retour in die Burgstadt genommen haben.

Die Waldviertelbahn erfreut sich derzeit übrigens sommerlichen Hochbetriebes: Alleine am 3. August wurden an die 700 Fahrgäste gezählt, am 7. August war auch die Parallelfahrt mit Dampflok und Oldtimern mit fast 300 Bahngästen ein Riesenerfolg.