Erstellt am 27. April 2016, 05:44

von Thomas Weikertschläger

Göll: „Schüler in den Zug“. Abgeordnete will im Zuge des „Ausbaus öffentlicher Netze“ Nordast der Waldviertelbahn auch für den Schülertransport nach Gmünd heranziehen.

Margit Göll ist seit voriger Woche Kindergarteninspektorin.  |  NOEN, Lohninger

Mit einigen Forderungen bezüglich Ausbau des öffentlichen Netzes im Waldviertel geht Landtagsabgeordnete Margit Göll (ÖVP) in die Offensive. Unter „öffentlichem Netz“ verstehe sie den öffentlichen Verkehr, besonders die Bahn, genauso aber auch Infrastruktur wie Breitband.

Eine der Forderungen Gölls bezieht sich auf den Nahverkehr im Bezirk Gmünd. Sie möchte, dass die Schmalspurbahn zwischen Gmünd und Litschau nicht nur „für romantische Fahrten mit Touristen“, sondern auch für den Transport von Schülern genutzt wird. „Viele Schüler pendeln aus den umliegenden Ortschaften in die Schulstadt Gmünd. Also warum nicht die bestehende Infrastruktur ausbauen und als Erweiterung am Wochenende fixe Fahrzeiten für den touristischen Verkehr installieren?“, meint Göll.

Für die Gmünder Bürgermeisterin Helga Rosenmayer (ÖVP) ist diese Forderung „eine positive Sache – falls sie kommt“. Als Idee bringt sie auch einen Halt in den Sommermonaten am Strandbad ein: „Das wäre eine gute Möglichkeit, rasch und angenehm aus Gmünd ins Bad zu kommen.“

Der Litschauer Bürgermeister und Parteikollege Gölls, Rainer Hirschmann, hält die Wiederaufnahme des Regelverkehrs auf der Schmalspurbahn „für eine sehr gute Idee“. Damit könne man die Zahlen im öffentlichen Verkehr heben. Wichtig sei es, die Frequenz gut zu wählen, um die Züge dann fahren zu lassen, wenn sie gebraucht werden würden.

Freisehner: „Das ist eine politische Show“

Für Franz Freisehner (SPÖ), Bürgermeister von Brand-Nagelberg, ist die Forderung Gölls eine „politische Show“. Grundsätzlich habe er mit der Idee kein Problem, denn es gebe schon lange Gespräche diesbezüglich, die man aber bisher nicht an die Öffentlichkeit getragen habe. „Jetzt rückt sich aber Göll ins Rampenlicht“, so Freisehner.

Generell vermutet Freisehner bei der NÖVOG ein Nachhaltigkeits-Problem: „Man hat einen riesigen Bahnhof nach Gmünd gebaut, jetzt braucht man entsprechende Fahrgastzahlen, um das zu rechtfertigen.“ Wenn die Taktung passt, können das ältere Personen für Einkaufsfahrten nutzen. Ob das Angebot angenommen werde, sei fraglich. Für viele sei es dann schwieriger, zur Einstiegsstelle zu kommen, als dies bei der Busverbindung sei.

Bei der NÖVOG selbst gibt man sich noch zurückhaltend. Geschäftsführer Gerhard Stindl erklärt, dass seitens der NÖVOG ein Ausbau des bestehenden Angebots „ernsthaft geprüft“ werde. „Im Rahmen der Busneuausschreibungen 2017 durch den VOR werden mögliche Szenarien untersucht. Unter Berücksichtigung aller damit verbundenen Konsequenzen werden wir zu gegebener Zeit die für alle Beteiligten bestmögliche Entscheidung treffen“, so Stindl.