Erstellt am 06. November 2015, 05:02

von Markus Lohninger

Bergzeile: Kein Baustopp. Siedlungsgenossenschaft und Baubehörde weisen Gerüchte über Hangrutsch-Gefahr zurück. WAV-Direktor Damberger: „Untersuchungen waren so vorgesehen.“

 |  NOEN, privat

Was hat das Wohnbau-Projekt in der Bergzeile nicht schon alles mitgemacht… Seit sechs Jahren beschäftigt die großvolumige Immobilie mit künftigem Aufzug und Verbindungsweg zur Stadtmauer die Weitraer mal weniger, mal mehr, aber doch immer.

Im September wurde nun in der NÖN nach einer, wie Manfred Damberger von der Siedlungsgenossenschaft Waldviertel sagte, „fast unglaublichen Reise durch den Genehmigungs-, Verhandlungs- und Bürokratie-Dschungel“ über den tatsächlichen Projektstart berichtet. Danach wurden Reste des an der Stelle einst gestandenen Gasthauses, Sträucher und Teile des Hanges abgetragen. Dann kehrte wieder Ruhe ein.

In einigen Wochen, in denen der Bagger nicht mehr angestartet und zuletzt sogar abgezogen wurde, begannen Gerüchte zu wuchern. Mangels Felsen unter der Stadtmauer drohe der Hang abzurutschen, wurde auch der NÖN erzählt. Ein neues Gutachten müsse gemacht werden, um die Gefahr zu bewerten.

Fuchs: Genehmigungen weiter aufrecht

Damberger kann darüber nur den Kopf schütteln. „Keiner hatte Röntgenaugen, um zu sehen, wie der Fels beschaffen ist“, sagt er gegenüber der NÖN: „Geologische Untersuchungen waren von Haus aus im Bauzeitenplan vorgesehen, um zu entscheiden, wie die künftige Wand beschaffen sein muss.“ Von einer Einsturzgefahr durch die Beschaffenheit des Hanges sei absolut nicht die Rede, im Gegenteil: Ein harter Felsen war eher befürchtet worden – da der nicht vorgefunden wurde, könne man sich Sprengungen ersparen.

Einen behördlich erzwungenen Baustopp hätte Bürgermeister Raimund Fuchs (ÖVP) als zuständige Baubehörde verordnen müssen. Auch er winkt aber ab. „Bis jetzt ist nichts Unvorhergesehenes geschehen. Jetzt muss das Ergebnis des Gutachtens abgewartet werden, das für die nächsten Tage erwartet wird“, betont Fuchs, dass sich an den Genehmigungen nichts geändert habe.

Auch seitens der Bezirkshauptmannschaft liegen keine Einschränkungen vor. Lediglich der Wunsch nach einer 16-monatigen Totalsperre der Bergzeile musste, wie Bezirkshauptmann Johann Böhm der NÖN sagt, ausgeschlagen werden: „Niemand würde das verstehen. Wir sind nicht die Verhinderer, aber wir müssen uns darum kümmern, dass die Verkehrs-Sicherheit nicht gefährdet wird.“