Erstellt am 20. Mai 2016, 04:04

von Markus Lohninger

Weiterer Schnellzug für nur 67.000 Euro. Grünen-Politiker nach Fahrt Wien-Gmünd: „Strecke hat Potenzial.“ Und: Günstiger zusätzlicher Schnellzug möglich!

Wer wie die Grünen-Politiker Georg Willi und Amrita Enzinger eine Reise tut, der kann erzählen. Foto: M. Lohninger  |  NOEN, Markus Lohninger
Was heißt es, im Abendzug der Franz-Josefs-Bahn (FJB) von Wien nach Gmünd zu sitzen? Was haben mitfahrende Pendler zu erzählen? Die Grünen-Verkehrssprecher im Landtag (Amrita Enzinger) und Nationalrat (Georg Willi) machten am 12. Mai in einer 2.15-Stunden-Fahrt den Praxistest.

„Der Hauptwunsch der Pendler betraf schnellere Verbindungen. Auch hörten wir Kritik an der Sauberkeit in Toiletten, kalten Waggons im Winter, fehlenden Möglichkeiten für WLAN und durchgehenden Handyempfang“, sagten die Abgeordneten in Gmünd. WLAN und Handynetz seien ein Muss: „Die Umsetzung dauert zu lange.“

Besonders nehmen sie das Land NÖ in die Pflicht. Sie sprechen von einem zusätzlichen täglichen Schnellzug mit wenigen Halten zu Hauptverkehrszeiten, für den ein ÖBB-Angebot um 67.000 Euro/Jahr vorliege.

„Die Option müsste nur eingefordert werden“

Dazu legen sie ein Papier vor, das nicht die klassische Verbindung Gmünd-Wien/Franz-Josefs-Bahnhof betrifft, aber die vor über zehn Jahren für spätestens 2013 angekündigte Einbindung der FJB via „Tullner Westschleife“ in den neuen Bahnhof Tullnerfeld. Das würde Waldviertlern das Tor zur internationalen Top-Verbindung auf der Westbahn mit den Knoten Wien-Westbahnhof, St. Pölten, Linz oder Salzburg öffnen.

Bei Vorstellung der Pläne für diese Einbindung war 2004 wie exklusiv in der NÖN berichtet noch von einer Ersparnis von bis zu 40 Minuten für Gmünd-Wien, im Jahr 2007 zumindest noch von -12 Minuten die Rede gewesen. „Die Option ist vorhanden und müsste vom Land NÖ nur eingefordert werden. Wird die Verbindung jetzt mit wenigen Halten bestellt, kann sie heuer schon genutzt werden“, betont Enzinger.

Das Potenzial der FJB schätzen die zwei Bahnreisenden hoch ein. Auf Wien laste, so Willi, durch starken Zuzug enormer Druck, Wohnraum werde zunehmend unleistbar. „Gerade daher muss das Wohnen draußen mit einer Arbeit im Zentrum besser kombinierbar werden“, sagt er: Knotenpunkte wie auch Gmünd könnten dadurch, so Willi, als „suburbane Zentren“ aufgewertet werden.

Enzinger fordert zudem ein 365-Euro-Jahresticket für alle öffentlichen Verkehrsmittel in Niederösterreich: „Das wäre ein starker Anreiz für Autopendler, auf die Bahn umzusteigen.“