Weitra

Erstellt am 01. Dezember 2016, 04:06

von Karin Pollak

Ende für Catering am Schloss. Die Gastwirte Max und Paula Thaler beenden nach acht Jahren ihre Kooperation mit dem Schloss Weitra. Grund dafür: Die Registrierkassenplicht.

Gastwirt Max Thaler beendete die Zusammenarbeit seines Teams mit dem Schlossrestaurant in Weitra nach acht Jahren.  |  Karin Pollak

Acht Jahre lang sorgten Max und Paula Thaler neben ihrem Gasthof in Großotten auch im Schloss Weitra für kulinarischen Genüsse bei zahlreichen Veranstaltungen. Am ersten Adventwochenende war nun Schluss damit.

„Wir danken der Familie Fürstenberg und Johannes Hartig für die letzten acht Jahre, die ganz im Zeichen einer tollen, ehrlichen und herzlichen Zusammenarbeit gestanden sind“, betont Max Thaler.

Aber: Einerseits habe die Einführung der Registrierkassenplicht („Ich bin halt leider kein Verein“) zu der Entscheidung geführt, zugleich sei neben der Doppelbelastung an den beiden Orten mit Personalproblemen zu kämpfen gewesen, sagt er: „Unser Personal ist wirklich top, aber man findet im Gastgewerbe nicht genügend Arbeitskräfte. Bevor die Qualität und der Anspruch, den wir uns selber stellen, leidet, muss man eine Sache auch schweren Herzens aufgeben.“

"Daraus ist die gesamte Palette des Caterings geworden"

Thaler blickt auf Caterings bei unvergesslichen Momenten zurück. Heuer waren das unter anderem das Seer-Konzert, der Rotary-Club-Auftakt zu den Special Olympics und die Sommergespräche der Waldviertel Akademie. Es gab aber auch viele Hochzeiten, mit denen eigentlich im Schloss gestartet worden ist: „Damals hat uns Kerstin Gall gefragt, ob wir nicht bei Hochzeiten aushelfen könnten. Daraus ist die gesamte Palette des Caterings geworden.“

Wer der Familie Thaler auf Schloss Weitra folgen wird, das steht noch nicht fest. „Wir sind schon mit einigen Interessenten im Gespräch und hoffen auf eine Lösung bis Jahresende“, betont Schlossverwalter Johannes Hartig. Kritik kommt von ihm in Richtung der Verantwortlichen in der Wirtschaft. „Die Registrierkassa ist Pflicht. Doch wie soll ein Unternehmer derart viele Aufträge abarbeiten, die es in den Pausen von Konzerten und Theateraufführungen gibt? Jeder Gast will ein Glas trinken und eine Kleinigkeit essen“, sagt er – wobei die Nachfrage in sehr kurzer Zeit bewältigt werden müsse. Hartig: „Dazu bedarf es mehr Personal und somit oft der Aushilfskräfte, die meist bereits als gute Kräfte anderswo arbeiten. Das kommt dann wiederum der Schwarzarbeit gleich.“

Würde man große Cateringfirmen mit den Aufträgen betrauen, so würde am Ende der Kunde draufzahlen. Hartig: „Dann kostet ein Glas Sekt nicht mehr 2,50 Euro, sondern vielleicht neun oder zehn Euro.“