Weitra

Erstellt am 14. August 2016, 06:30

von Thomas Weikertschläger

Hackl-Sammlung übersiedelt. Familien- und Fabriksarchiv Hackl wird tragende Säule im Haus der Geschichte des Landes Niederösterreich.

Albert Hackl mit einem jener Exponate, die demnächst aus Weitra nach St. Pölten transferiert werden, einem Teppich aus der Zeit um 1900, der bereits Elemente des Jugendstils erkennen lässt.  |  NÖN, Thomas Weikertschläger

Das Land Niederösterreich hat Ende des Vorjahres drei Sammlungen angekauft, die künftig die Säulen des „Haus der Geschichte“ in St. Pölten bilden sollen. Eine davon ist die Sammlung Hackl, die die Geschichte der Waldviertler Textilindustrie in einem Zeitraum vom 18. Jahrhundert bis zum Ersten Weltkrieg dokumentiert.
Bereits im Mai wurde ein Großteil der insgesamt 800 Stücke in 14 Containern nach St. Pölten gebracht, wie Albert Hackl erzählt. Ein kleiner Teil der wertvollen Bestände befindet sich hingegen noch in Weitra, denn: „Für die heiklen Stücke kommt eine Restauratorin, die den Transport genau beaufsichtigt“, so Hackl. Wann dieser Transport über die Bühne gehen wird, sei noch offen.

„Weiß die Exponate in guten Händen“

Das Land sei durch die Abhaltung der Sonderausstellungen im Museum Alte Textilfabrik auf die Bedeutung des Fabriks- und des Familienarchivs aufmerksam geworden. „Die Vertreter der Kulturabteilung des Landes haben gesehen, was bei uns alles vorhanden ist. Dann ist das Land an uns herangetreten und wollte die Sammlung haben“, meint Hackl weiter.

Warum die Sammlung seiner Familie für das Haus der Geschichte so wertvoll ist, liegt für Hackl in ihrer Einzigartigkeit begründet. In der Fabrik Hackl habe es nie „Meterware“ gegeben, sondern Produktionen in geringen Stückzahlen. Davon, etwa von Tischdecken, Überwürfen, Vorhängen oder Teppichen habe man jeweils ein Stück beiseitegelegt, um es zu archivieren. Zu den herausragenden Stücken der Sammlung zählt Hackl etwa eine Tischdecke und einen Wandteppich, die für die Weltausstellung in Wien 1873 angefertigt wurden, oder eine Tischdecke für die Weltausstellung in Paris 1889. „Im Haus der Geschichte weiß ich die Exponate in guten Händen“, sagt Hackl abschließend über Professor Stefan Karner, der das Museum leitet und mit dem Hackl seit vielen Jahren bekannt ist.

Ein Teil des Familienarchivs bleibt laut Hackl „in Weitra, so lange ich existiere“. Dazu gehört etwa Schriftverkehr der Familie (wie jener von Dichterin Luise Hackl, 1863 bis 1935).