Weitra

Erstellt am 07. April 2017, 04:30

von Karin Pollak

Hilfe ist nach Unfalltod überwältigend. Gewaltiges Feedback auf Spendenaktion für die Kinder von Isabella Dolezal. Großeltern wollen den Kindern nun neues Heim schaffen.

Für Clarissa (7), Katharina (13) und Fabian (4) Dolezal (sitzend von links) begann am Bauernhof ihrer Großeltern Susanna und Robert Zwirner in Wetzles nach dem tragischen Unfalltod ihrer Mutter Isabella ein neuer Lebensabschnitt. Bürgermeister Raimund Fuchs, Altbürgermeister Werner Himmer und Stadtrat Alfred Huber besuchten die Familie am vergangenen Freitag – sie kamen nicht mit leeren Händen.   |  Karin Pollak

Bei Schicksalsschlägen rückt meist die Familie zusammen. Für Katharina, Clarissa und Fabian Dolezal bedeutet das ein neues Zuhause bei Oma Susanna Zwirner und ihrem Gatten Robert.

Die drei Kinder, die ihre Mutter Isabella (34) bei einem tragischen Verkehrsunfall Anfang Februar im Bezirk Mistelbach verloren haben, sind jetzt „Wetzlinger“. Die Oma hat das Sorgerecht erhalten und nun wird alles daran gesetzt, den Kindern ein neues Heim zu schaffen. Im Obergeschoß des Wohngebäudes der Landwirtschaft sollen die Zimmer adaptiert werden.

 „Wir sind jetzt eine fünfköpfige Familie. Das ist eine wunderbare Aufgabe.“ 
Susanna Zwirner, die das Sorgerecht für die drei Halbwaisen erhielt, will das Beste aus der Situation machen 

Katharina, die erst vor wenigen Tagen ihren 13. Geburtstag gefeiert hat und noch immer an den Folgen des Verkehrsunfalles leidet, ist nach mehreren Knochenbrüchen in beiden Beinen noch auf den Rollstuhl angewiesen. „Nach den Osterferien möchte ich aber wieder in die Schule gehen. Darauf freue ich mich schon sehr“, meint die Schülerin des Gymnasiums Gmünd. Bis dahin muss sie verschiedene Therapien über sich ergehen lassen, um wieder auf den eigenen Beinen unterwegs sein zu können. Clarissa (7) besucht die erste Klasse der Volksschule Weitra, Fabian (4) ist im Kindergarten Weitra.

Die Großeltern tun alles, um ihren Enkeln über diese schwere Zeit zu helfen und für Normalität im Alltag zu sorgen. „Wir sind jetzt eine fünfköpfige Familie. Das ist eine wunderbare Aufgabe“, sagt Susanna Zwirner. Natürlich schlägt sich der Familienzuwachs auf die Finanzen der pensionierten Oma und des Opas, der in zwei Jahren seine Pension antreten wird, nieder. Dazu kommt, dass auch in diesem Fall die Behördenmühlen langsam mahlen. Susanna Zwirner: „Die Kinderbeihilfe habe ich bereits bewilligt bekommen. Bis sie aber ausbezahlt wird, kann es noch dauern.“

Spendenkonto läuft noch

Dass die Familie nicht mit ihrem Schicksal alleine gelassen wird, wurde vorigen Freitag bei einem Besuch von Bürgermeister Raimund Fuchs, Altbürgermeister Werner Himmer und Stadtrat Alfred Huber – bei dem auch die NÖN dabei sein durfte – dokumentiert. Die Stadtgemeinde Weitra hat wie berichtet nach dem Verkehrsunfall, bei dem alle drei Kinder im Wagen der Mutter waren, ein Spenden-Treuhandkonto eingerichtet, auf das schon etliche Spender einzahlten. Fuchs sagte dem Ehepaar Zwirner eine sofortige Überweisung eines Teilbetrages zu. „Damit können erste Umbauarbeiten für die neuen Kinderzimmer finanziert werden“, meinen Robert und Susanna Zwirner, sichtlich gerührt von der Anteilnahme.

Die Spender kommen aus der Region, aber auch aus dem Bezirk Mistelbach, in den Isabella Dolezal kurz vor ihrem Unfalltod mit den drei Kindern von Weitra aus übersiedelt war. Die Theatergruppe Schottwien spendete etwa den Reinerlös aus einer Theaterproduktion, auch Altbürgermeister Himmer kam nicht mit leeren Händen. Anlässlich seines 75. Geburtstages vor einigen Wochen verzichtete er auf Geschenke und bat die Gratulantenschar um Spenden für die Familie Zwirner. Die Volksschule Weitra führte eine eigene Sammelaktion durch.

„Wir werden das Spendenkonto noch einige Zeit laufen lassen“, betonte Fuchs. Wer also die Familie Zwirner und ihre drei Enkel unterstützen will: Spendenkonto Kinder Dolezal bei der Waldviertler Sparkasse, IBAN: AT91  2027 2000 0069 0107