Erstellt am 07. August 2016, 06:46

von Markus Lohninger

Wunsch wird umgesetzt. Auf Initiative von Bürgerin: Stadt Gmünd setzt nach Shuttle- Einführung zum Wochenmarkt mit fixen Abfahrtszeiten zweiten Wunsch aus Bevölkerung um.

Stadtrat Alexander Berger (ÖVP): „Können jetzt fixe Abfahrtszeiten bieten.“  |  NOEN, privat

Zur Mitte der zweiten Saison des Gmünder Wochenmarktes wird das heuer eingeführte „Wochenmarkt-Taxi“ ab 13. August mit einem fixen Fahrplan ausgestattet.

Nach eifrigen Debatten über Sinn, Kosten und Nutzungsverhalten des Shuttledienstes im Mai und Juni wurde das Thema auch in der NÖN diskutiert. Danach sei die Frequenz bereits angestiegen, sagt VP-Wirtschafts-Stadtrat Alexander Berger.

Die schwer kalkulierbaren Abfahrtszeiten des um einen Euro pro Fahrt nutzbaren Taxis, das samstags zwischen 9 und 12.30 Uhr ohne konkreten Zeitplan seine Runden zwischen Altstadt und Neustadt dreht, blieben aber ein Zankapfel – beim Warten vergehen Minuten bekanntlich wie Stunden, gerade dann, wenn man nicht weiß, wann die Wartezeit zu Ende ist. Umso mehr freute sich Bürgermeisterin Helga Rosenmayer (ÖVP) vor wenigen Tagen über das Angebot einer eifrigen Taxi-Nutzerin: „Sie hat sich angeboten, die Runden mitzufahren und die jeweiligen Abfahrtszeiten an den Haltestellen zu notieren.“

Echt Gmünd-Obmann Josef Hag: „Bedarf für den Markt am Stadtplatz ist vorhanden.“  |  NOEN, privat

Daraus entwarf die Gmünderin einen Plan mit fixen Abfahrtszeiten, der nun an allen Haltestellen (Schubertplatz, Lagerstraße, Sole-Felsen-Bad, Bahnhofsplatz, Litschauer Straße, Stadtplatz) angebracht wird. „Start wird somit künftig samstags ab 9 Uhr zu jeder vollen und halben Stunde am Schubertplatz sein, retour geht es vom Stadtplatz bis 12.22 Uhr zur 22. und 52. Minute jeder Stunde“, erklärt Stadtrat Berger. Der Vorteil: „Wir können den Menschen nun die gewünschten fixen Abfahrtszeiten anbieten.“

Mit dem Wochenmarkt der Kaufmannschaft „Echt Gmünd“ zeigt sich deren Obmann Josef Hag zur Mitte der zweiten Saison insgesamt zufrieden. „Wir haben unsere Stammgäste, der Bedarf für den Markt ist am Stadtplatz absolut vorhanden“, sagt Hag. Um einen merkbar darüber hinausgehenden Besucherzulauf erreichen zu können, müsse allerdings das Angebot noch ausgeweitet werden.

Produzenten-Suche ein „schweres Unterfangen“

Dass das organisatorisch gar nicht so einfach werden würde, überraschte Alexander Berger: „Wir hatten anfangs eher eine Konkurrenzsituation zwischen Produzenten erwartet.“ De facto sei das Bemühen um ein breiteres Angebot aber auch bei Obst und Gemüse aus der Region ein „ganz schweres Unterfangen“, runzelt Hag die Stirn, einige Produzenten seien durch eigenen Ab-Hof-Verkauf jetzt schon personell am Limit.

Das Problem hatte Bezirksbäuerin Viktoria Opelka vor Einführung des Marktes 2014 gegenüber der NÖN angesprochen – der Arbeitsaufwand in der Hochsaison der Landwirtschaft kollidiere zudem mit dem Risiko, dann auf verderblichen Gütern „sitzen“ zu bleiben.

Zumindest personell können die Organisatoren bei einzelnen Produkten aushelfen: Josef Reiterer betreibt auf ehrenamtlicher Basis einen eigenen Verkaufsstand für Erzeuger, die kein Personal abstellen können. Dort ist aktuell noch Platz für eine Sortiments-Erweiterung.