Erstellt am 29. Juni 2016, 05:19

von NÖN Redaktion

Waldviertler Landeskliniken: Mehr Personal gefordert. Gmünd, Allentsteig, Horn, Waidhofen, Zwettl: Die Personalvertreter der Waldviertler Landeskliniken sprechen von unnötigen Stresssituationen. Die Holding will das mit besserer Aufgabenverteilung lösen.

Die Betriebsräte am Landesklinikum Gmünd Melanie Vitovec, Elisabeth Hofmann, Alois Dolezal, Bettina Schuh, Franz Saxberger, Julia Dlask und Andrea Seidl-Schuhmacher fordern mehr Dienstposten.  Foto: privat  |  NOEN

Mit einem Aufschrei wenden sich die Betriebsratsobleute der Waldviertler Landeskliniken an die Öffentlichkeit: Es gäbe zu wenig Personal und zu viele Überstunden müssten geleistet werden.

Derzeit sei es gängige Praxis, dass sowohl bei längeren Krankenständen als auch bei Karenzen und beim Ausscheiden von Mitarbeitern erst später die Nachbesetzung erfolge. Das sei für die Betriebsräte nicht nachvollziehbar. Denn so würden Stresssituationen für die Bediensteten entstehen, die zu vermehrten Krankenständen führen und damit zu einer Überstundenspirale. Überstunden seien jedoch teurer als rechtzeitige Nachbesetzungen, meinen die Betriebsräte.

Transparente Personalpolitik gefordert

Die Personalvertreter verweisen auch auf die vermehrte Übernahme von ärztlichen Tätigkeiten, wie Blutabnahme und Verabreichung von Injektionen oder Infusionen durch das Pflegepersonal, die bei den Dienstposten ebenfalls noch zu wenig Beachtung gefunden habe.

Daher sollten wissenschaftlich anerkannte Personalberechnungsmethoden angewandt werden, die dann auch durch die Entscheidungsträger im Management und der Politik beim gesamten Personal umgesetzt werden sollten.

„Es genügt nicht, nur für bauliche Investitionen zu sorgen, man muss dann auch den ausreichenden Betrieb sicherstellen, und das funktioniert nur mit entsprechender Planung und transparenter Personalpolitik“, heißt es in dem Papier der Landeskliniken-Betriebsräte wörtlich.

Holding: Überstunden sind zurückgegangen

In einer Stellungnahme der Landeskliniken-Holding heißt es zum Vorstoß der Betriebsräte: Die Verantwortlichen im Land setzen alles daran, dass die Mitarbeiter gute Arbeitsbedingungen vorfinden. Sowohl im ärztlichen wie auch pflegerischen Bereich sind in den letzten Jahren die Überstunden deutlich gesunken, wodurch mehr Ärzte- wie auch Pflegestunden für die Arbeit am Patienten zur Verfügung stehen.

Derzeit sind nur rund 2,3 Prozent aller Dienstposten in den Klinikstandorten unbesetzt (ein nicht außergewöhnlicher Wert unter Berücksichtigung der üblichen Fluktuation).

Bei der Übernahme von neuen Aufgaben durch die Pflege handelt es sich um Aufgaben, die bisher von Ärzten abgedeckt wurden, daher bestehen die Personalressourcen für diese Dienstposten im Haus und müssen neu gewidmet werden.

Prinzipiell handelt es sich nicht um zusätzliche und neue Aufgaben, sondern um eine Verteilung von Aufgaben, die durch unterschiedliche Berufsgruppen übernommen werden. Die Vorgangsweise zur Umgestaltung der Versorgungsprozesse erfolgt in Absprache mit der Kollegialen Führung und dem Betriebsrat.

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