Ernsthofen

Erstellt am 02. August 2016, 05:56

von Karl Fuchs

Ernsthofener ist zurück vom Jakobsweg. Alfred Eglseer, ehemaliger Ernsthofner Gemeindesekretär, reiste mit dem Rad nach Santiago de Compostela.

Bürgermeister Karl Huber konnte seinen verlorenen Sohn Alfred Eglseer in Alt-Pyburg wieder zurück in der Heimat begrüßen. Stolz zeigte der Jakobsgeher seinen Pilgerpass vor. Foto: Fuchs  |  Karl Fuchs

Mit fünfzig kann man noch Träume haben. Mit 61 Jahren erfüllte sich für Alfred Eglseer einer. Als der Ernsthofner Gemeindesekretär seinen 50. Geburtstag gefeiert hatte, entstand die Idee, nach Santiago de Compostela zu pilgern. Diesen Entschluss realisierte er dann zehn Jahre später, als er bereits Pensionär war.

„Geist und Seele in historischer Umgebung in Einklang bringen“

Wenn man weiß, dass dieser Jakobsweg eine Länge von über 3.000 Kilometern aufweist, dann muss man sich doch auch Gedanken darüber machen, welches Fortbewegungsmittel man wählen soll. Drei Möglichkeiten stehen zur Wahl: zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem Pferd.

Alfred Eglseer wählte das Fahrrad, weil er wegen einer Meniskusverletzung vom Arzt ein striktes Gehverbot erhalten hatte. Laut Statistik absolvieren etwa zehn Prozent der Pilger den Camino de Santiago per Fahrrad. Das macht in Summe 20.000 Radler pro Jahr.

„Geist und Seele in historischer Umgebung in Einklang zu bringen“, das war Eglseers Beweggrund, nach Santiago de Compostela zu reisen. Das ist ihm auch geglückt. „Ich bin ein anderer Mensch geworden“, betonte er bei seiner Rückkehr am vergangenen Donnerstag. Er verspüre tiefe Zufriedenheit und kenne keine Hektik mehr, erklärte er.

Ankunft und Heimkehr waren innig und freundschaftlich

Die 3.765 zurückgelegten Straßenkilometer, beginnend Wien, Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg, Jakobsweg Tirol, Vorarlberg, Schweiz, Frankreich, Santiago de Compostela bis zum Ende der Welt (Kap Finisterre, 60 Kilometer von Santiago de Compostela entfernt) waren für den Ernsthofner Tausendsassa wie Balsam für die Seele.

Die Verabschiedung zu dieser Reise am 1. Juni beim Wastlwirt in Aigenfließen war genauso innig, freundschaftlich und grandios wie seine Heimkehr. Eglseers Ankunft wurde in der Imbissstube von Monika Springs in Alt-Pyburg und beim Fischerwirt Harthaller in Ernsthofen gefeiert.

Höhepunkte gab es auf dieser Monsterreise einige. Der erste Treffpunkt mit Österreichern fand im Stade de France in Paris mit Christoph Winklehner, St. Pantaleon, und Freunden statt. Nach dem Fußballländerkampf gegen Portugal war es mit der guten Stimmung aber vorerst mal vorbei. Die kam nach Fortsetzung seiner Reise aber wieder.