Erstellt am 20. Juni 2016, 09:46

von Claudia Stöcklöcker

Amokfahrer bestraft. Promillelenker fuhr Polizisten an und lieferte wüste Verfolgungsjagd. Nun muss er 10.300 Euro Strafe berappen.

 |  NOEN, Symbolbild
„Wenn man von der Polizei eine halbe Stunde lang verfolgt wird und dabei Vollgas fährt, deutet das auf besondere Respektlosigkeit gegenüber staatlicher Autorität hin“, wettert ein Staatsanwalt im Prozess am Landesgericht St. Pölten.

Auf der Anklagebank sitzt ein 47-Jähriger aus dem Bezirk Scheibbs. Mit 1,3 Promille war er mit seinem Auto in Amstetten unterwegs, bei einer nächtlichen Verkehrskontrolle drehte er durch.

„Ich habe den Leuchtstab eingeschaltet und das Anhaltezeichen gegeben. Zuerst hat er das Tempo verringert, ist dann aufs Gas und auf mich zugefahren. Er hat mich am Knie verletzt, ich bin nach vorne gekippt, über die Motorhaube auf die Windschutzscheibe“, erzählt ein Exekutivbeamter.

Eine lange Verfolgungsjagd

21 Kilometer lang hefteten sich Ordnungshüter dann an die Fersen des Flüchtenden. „Mit 180 km/h ist er durch den Ort und wir sind nachgefahren, was unser Auto hergegeben hat. Da hat es brenzlige Situationen gegeben. Bis schließlich die Handschellen klickten, „haben wir bei seiner Fahrt 20 eklatante Verwaltungsübertretungen notiert“, so der Beamte weiter.

Versuchten Widerstand gegen die Staatsgewalt und schwere Körperverletzung gesteht der 47-Jährige. „Weil ich den Führerschein schon einmal abgeben musste, hatte ich Angst“, erklärt er und bereut.
Den Schein ist er nun wieder los und fasst zudem sechs Monate bedingt sowie 10.300 Euro Geldstrafe aus. Das Urteil ist rechtskräftig.