Erstellt am 16. Oktober 2015, 08:17

von Hermann Knapp

Amstetten: Zankapfel Schutzwege. SP und VP wollen Zebrastreifen bei Schulen rot färben. Welche das sein sollen, darüber diskutieren sie seit Monaten.

 |  NOEN, NÖN

Wenn nächste Woche der Verkehrsausschuss tagt, wird vermutlich auch wieder das Thema Schutzwege auf dem Programm stehen. Die ÖVP hat ja schon im Vorjahr angeregt, Schutzwege im Bereich von Schulen rot zu streichen, um die Autofahrer damit zu noch mehr Vorsicht zu mahnen.

Eine Erhebung, die der Verkehrsausschuss daraufhin in Auftrag gegeben hat, ergab, dass es im Umkreis der Amstettner Schulen rund 80 Schutzwege gab, die dafür infrage kämen. Nach dem sich ÖVP und SPÖ vor dem Sommer nicht darauf einigen konnten, welche Schutzwege nun tatsächlich eingefärbt werden sollen, vertagte man das Thema. Auch in der ersten Sitzung im Herbst haben die beiden Parteien keine Einigung erzielt. Das Bauamt wartet jedenfalls noch immer vergeblich auf eine Liste, welche Zebrastreifen sie nun tatsächlich umfärben soll.

Instandhaltung mit Folgekosten verbunden

Für SP-Verkehrssprecher Bernhard Wagner sollen es wirklich nur unmittelbar an Schulen und Kindergärten angrenzende Zebrastreifen sein. „Denn das ganze soll ja auch nicht inflationär werden.“ Man müsse auch die Folgekosten der Instandhaltung bedenken.

FP-Verkehrsstadträtin Brigitte Kashofer hält die ganze Aktion für sinnlos. „Denn alle Schutzwege sind gleichwertig, der vor dem Seniorenheim ist genauso wichtig, wie der vor der Schule.“ Betroffen von der Umfärbung wären zudem auch Landesstraßen und da bräuchte die Stadt erst die Zustimmung des Landes.

Auch die Kosten der Färbeaktion sprechen für Kashofer eindeutig dagegen: rund 450 Euro pro Zebrastreifen. „Derzeit wären wir bei rund 50.000 Euro. Dieses Geld ist verschwendet.“ Sinnvoller sei es, so die FPÖ-Politikerin, die weiße Farbe bei den bestehenden Zebrastreifen öfter aufzufrischen.