Erstellt am 10. Februar 2016, 04:38

von Hermann Knapp

Soldaten im Assistenzeinsatz. 24 Soldaten der Amstettner Ostarrichikaserne tun derzeit Dienst im Transitquartier in Salzburg. Ab April werden es noch mehr sein.

Soldaten des Jägerbataillons 12 tun Dienst im Transitquartier in Salzburg. Sie helfen der Polizei bei der Aufrechterhaltung der Ordnung. Foto: Bundesheer  |  NOEN, Bundesheer
24 Mann des Jägerbataillons 12 der Ostarrichikaserne – ausschließlich Kaderpersonal – stehen derzeit im Assistenzeinsatz zur Bewältigung des Flüchtlingsstroms. Ihren Dienst verrichten sie im Transitquartier in der ehemaligen Straßenmeisterei in Salzburg.

„Dort kommen täglich rund 1.200 Menschen an, die zum großen Teil nach Deutschland weiter wollen. Unsere Leute helfen der Exekutive bei der Aufrechterhaltung des Ordnungsrahmens“, berichtet Oberstleutnant Rudolf Halbartschlager.

Die Soldaten haben allerdings keine Exekutivbefugnisse. Das heißt, dass sie nur deeskalierend eingreifen können, aber oft hilft auch schon ihre Präsenz, um Streitigkeiten zwischen Flüchtlingen – bei denen die Nerven natürlich blank liegen – zu schlichten.

Deutschland nimmt 50 Flüchtlinge pro Stunde

„Die Asylwerber verbringen zumeist nur wenige Stunden im Transitquartier, das hängt von der Aufnahmequote Deutschlands ab. Die beträgt derzeit 50 Personen pro Stunde“, berichtet Halbartschlager.

Der dreimonatige Assistenzeinsatz ist für die Soldaten physisch und psychisch anspruchsvoll. Sechs Tage lang sind sie inklusive Bereitschaftsdiensten praktisch rund um die Uhr im Einsatz. Dann haben sie zwei Tage frei. Mitte April werden die Soldaten nach Amstetten zurückkehren, dann muss die Kaserne aber erneut ein Kontingent in Kompaniestärke (bis zu 60 Mann) stellen.

„Für uns heißt das, dass uns ein paar Wochen lang von 200 Mann Kaderpersonal etwa 90 Mann fehlen. Denn jene, die zurückkommen, kann man ja auch nicht sofort wieder voll in den Regeldienst einbinden, die brauchen dann auch etwas Urlaub“, sagt Halbartschlager.

Die Aufgaben für die in der Kaserne verbleibenden Kaderkräfte werden allerdings nicht weniger. Im April müssen 150 Grundwehrdiener ausgebildet werden, im Mai 120. Zudem findet im März und April auch noch ein Milizkurs mit 50 Leuten statt und es ist eine große Milizübung in der Region geplant.

„Der Assistenzeinsatz ist also nicht nur für die Kameraden in den Flüchtlingsquartieren eine große Herausforderung, sondern bedeutet auch für jene, die in der Kaserne Dienst tun, eine höhere Belastung“, betont Halbartschlager.