St. Valentin

Erstellt am 04. April 2017, 05:41

von Ingrid Vogl

St. Valentin: drei Millionen Überschuss. Rechnungsabschluss 2016 fiel sehr positiv aus. Auftragsvergabe für die Architektenleistungen für das Veranstaltungszentrum trotz Standort-Diskussion einstimmig.

Symbolbild   |  pathdoc/Shutterstock.com

„Mit dem Rechnungsabschluss können wir durchaus zufrieden sein. Der Überschuss von drei Millionen Euro liegt um 0,96 Millionen über den Erwartungen.“ Mit diesen Worten fasste Bürgermeisterin Kerstin Suchan-Mayr (SPÖ) in der Gemeinderatssitzung am vergangenen Donnerstag den Rechnungsabschluss in ihrer Gemeinde zusammen, der letztendlich einstimmig genehmigt wurde.

Schuldenstand unter dem Wert von 2014

Die Gesamtsumme des ordentlichen Haushalts beträgt 23,9 Millionen Euro, die des außerordentlichen Haushalts 5,9 Millionen. Mit 3,022 Millionen freut man sich in St. Valentin über einen satten Überschuss, der vor allem auf die Mehreinnahmen bei der Kommunalsteuer zurückzuführen ist. Nachdem die Schulden seit dem Jahr 2010 kontinuierlich verringert wurden, weist der Rechnungsabschluss diesmal wieder eine Erhöhung aus.

Der Schuldenstand beträgt per 31. Dezember 2016 mit 18,68 Millionen Euro rund eine Million mehr als im Jahr zuvor, liegt aber unter dem Wert von 2014. Die Pro-Kopf-Verschuldung stieg auf 2.025 Euro.

Zustimmung fand der Rechnungsabschluss auch bei der ÖVP. „Die Entwicklung der Stadt ist einnahmenseitig sehr positiv. Wir haben auch einen sehr großen Spielraum für Investitionen, aber er wird kleiner. Daher ist es besonders wichtig, dass wir bei unseren Projekten den Kostenrahmen halten“, betonte Stadtrat Andreas Pum.

Standort-Diskussion für ÖVP noch nicht beendet

Eines der heftig diskutierten Großprojekte ist der Neubau der Veranstaltungshalle inklusive Musikschule. Hier hatte die ÖVP Anfang März mit dem bei einer Pressekonferenz verlautbarten Vorschlag, den (vom Gemeinderat einstimmig beschlossenen) Standort noch einmal zu überdenken, für gehörigen Unmut bei der SPÖ gesorgt. Und die Standortdiskussion war auch bei der Gemeinderatssitzung wieder ein Thema. „Die Aussagen waren sehr verwunderlich. Ich hoffe, dass wir den gemeinsamen Weg gemeinsam weitergehen können, denn das ist das größte Projekt, das St. Valentin je gesehen hat“, unterstrich Bürgermeisterin Kerstin Suchan-Mayr die Wichtigkeit des Veranstaltungszentrums.

Außerdem sei der Architektenwettbewerb ja dezidiert für das Grundstück am ehemaligen Stöckler-Areal ausgeschrieben worden und das Immissionsgutachten diente als Grundlage für die Planungen der Architekten. Das thematisierte auch Grün-Gemeinderätin Monika Oberradter. „Die Halle ist für dieses Grundstück geplant. Der Architekt hat sich hoffentlich etwas gedacht. Das Projekt gehört zu diesem Standort. Dazu stehen wir“, stellte sie klar.

„Das gehört noch einmal diskutiert. Der Grundstückskauf heißt ja nicht, dass wir Geld in den Sand gesteckt haben“, ließ Andreas Pum jedoch nicht locker.

Die unterschiedlichen Meinungen über den richtigen Standort waren aber kein Hindernis dafür, dass die Auftragsvergabe für die Architektenleistungen und Generalplanerleistungen für das Veranstaltungszentrum einstimmig beschlossen wurden.