Erstellt am 09. Februar 2016, 11:43

von Claudia Stöcklöcker

Aus Eifersucht: „Ich schmeiß’ dich auf das Bahngleis!“. Konflikt mit Eifersüchtigem brachte 47-Jährigen vor Richterin. Prozess wurde vertagt, weil Opfer das falsche Gericht aufsuchte.

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„Ich werf’ dich vor den Zug, ich schmeiß’ dich auf das Bahngleis“, soll ein 47-Jähriger zu einem Kontrahenten gesagt haben, als gerade am Bahnhof in St. Valentin ein Zug einfuhr. Gefährliche Drohung wird ihm nun vorgeworfen im Prozess am Landesgericht St. Pölten.

„Gleich gedacht, dass es wieder Wickel geben wird“

„Das könnt’ ich doch gar nicht mit meinen Bandscheiben“, erklärt der Mann nun vor der Richterin. Vehement leugnet er, Böses im Sinn gehabt zu haben, und erklärt: „Meine Ruhe vor ihm wollt’ ich, deshalb hab’ ich ,Ich setz’ dich in den Zug und ab mit dir’ gesagt.“

Konflikte mit dem Kontrahenten gebe es öfters, meint der 47-Jährige. „Aus Eifersucht“, sagt er, „weil ich mit seiner ehemaligen Freundin zusammen war. Und wenn einer immer wieder anfängt zu stänkern, dann kontert man halt. Das ist doch klar.“ Und weiters: „Als ich ihn damals am Bahnhof gesehen habe, habe ich mir gleich gedacht, dass es wieder Wickel geben wird. Und weil ich nicht mit ihm geredet habe, ist er narrisch geworden. Er hat sich vor mir aufgebaut und hatte Alkohol intus!“

„In Furcht und Unruhe wollte mein Mandant niemanden versetzen“, sagt der Verteidiger des 47-Jährigen. Das mutmaßliche Opfer und einen Belastungszeugen kann die Richterin nicht einvernehmen. „Die beiden sind des Lesens von Ladungen nicht so mächtig und haben telefonisch mitteilen lassen, dass sie gerade vor dem Bezirksgericht in Haag stehen“, erklärt sie und vertagt.