Erstellt am 02. Februar 2016, 04:18

von Karl Fuchs

Auszeichnung als Ehre für Ernsthofen. Zukunftsweisende Baukulturprozesse wurden am Donnerstag im Wiener Ringstraßenpalais vor den Vorhang geholt. Ernsthofen wurde dabei ausgezeichnet.

Bürgermeister Karl Huber (Mitte) als freudestrahlender Übernehmer der Auszeichnung LandLuft Baukulturgemeinde mit Vizebürgermeister Josef Rittmannsberger (4.v.r.), Architekt Helmut Poppe, den Gemeinderäten Manfred Gaßner, Marianne Hadrbolc, Harald Doppelmeier, Architekt Roland Gnaiger, Juryvorsitzender Baukulturgemeindepreis, und zwei Vertretern des Bundesministeriums für Kunst und Kultur. Foto: Fuchs  |  NOEN, Karl Fuchs
LandLuft, der Verein zur Förderung von Baukultur in ländlichen Räumen, und der Österreichische Gemeindebund präsentierten vergangene Woche im Ringstraßenpalais Eschenbach die Gewinner des LandLuft Baukulturgemeinde-Preis 2016.

Damit werden Gemeinden in Österreich – und erstmals auch im Allgäu – für ihre richtungsweisende, kommunale Baukultur, also für nachhaltige Investitionen in die Lebensqualität vor Ort, ausgezeichnet.

Engagement der Kommunen gewürdigt

„Der Preis zielt nicht primär auf das ‚schöne‘ Gebäude ab. Er beleuchtet vielmehr die Prozesse im Vorfeld von Bauvorhaben sowie jene engagierten Menschen, die sie anstoßen und vorantreiben“, so der Vorsitzende von LandLuft, Architekt Roland Gruber.

In einem mehrstufigen Verfahren nominierte eine Experten-Jury zehn österreichische Gemeinden sowie eine Region für diesen Preis – darunter die niederösterreichischen Gemeinden Ernsthofen und Ybbsitz. Bei der feierlichen Preisverleihung wurde das Engagement der Kommunen gewürdigt. Eine umfangreiche Buchpublikation sowie eine Wanderausstellung zeichnen ihre baukulturellen Prozesse nach und sollen andere Gemeinden zum Abenteuer Baukultur ermutigen.

Aus den 23 Einreichungen hatte die Jury aufgrund beispielgebender baukultureller Initiativen Moosburg und Velden am Wörthersee, Ernsthofen und Ybbsitz, Thalgau, Fließ, Mils und St. Johann in Tirol, Krumbach und Lustenau sowie die Region Südsteiermark für den LandLuft Baukulturgemeinde-Preis 2016 nominiert.

Ernsthofen: ein Ort der Kommunikation

Warum sich Ernsthofen unter den ausgezeichneten Gemeinden befand, hat für die Jury einige Gründe. In der Gemeinde herrscht ein ungewöhnlich großer Zusammenhalt unter den Einwohnern.

Die Kultur des Miteinanders und die Bereitschaft, immer und überall mit anzupacken, haben Ernsthofen zu dem gemacht, was es heute ist: eine ländliche Gemeinde mit Bevölkerungszuwachs, guter Verkehrsanbindung, reichem Freizeitangebot und gepflegten Sozialbeziehungen, die in den vergangenen 15 Jahren eine Baukultur im besten Wortsinn geschaffen haben.

Die Ernsthofer bringen sich zum Beispiel in Arbeitsgruppen zur Zukunftsentwicklung oder zu Sozialthemen ein und bereiten dort auch richtungsweisende Bauprojekte vor, von Infoleitsystem und Skaterpark bis zum Haus für betreubares Wohnen, von der kommunikationsfördernden Neugestaltung des Ortsplatzes bis zum Schulumbau und dem Neubau einer Musikschule.

Mit unzähligen Freiwilligenstunden half die Bevölkerung mit, die Baukosten auf ein leistbares Maß zu senken. Baukultur ist in Ernsthofen Teil der Gemeindestrategie und schlägt sich unter anderem in Beratungen für Bauwerber sowie in der regelmäßigen Erstellung von Ortsentwicklungskonzepten nieder.