Erstellt am 10. Dezember 2015, 06:23

von Sabine Hummer

Kunst gegen den Terror. Künstler Karl Grübl will mit dem Verkauf seiner neuesten Werke die Initiative "Willkommen Mensch in Behamberg"; unterstützen.

Mit dem Verkauf seiner drei Bilder gegen den Terror will Karl Grübl seine syrische Patenfamilie unterstützen. Interessierte Käufer können sich jederzeit gerne an Karl Grübl wenden. Telefon: 0699/81429428.  |  NOEN, Hummer

Mit seinem von fröhlichen Wesen dominierten Fabelpark hat der Behamberger Künstler Karl Grübl schon oft von sich reden gemacht. Mit seinen neuesten Bildern wendet er sich hingegen einem sehr ernsten Thema zu. Die Terroranschläge in Paris haben ihn dazu motiviert, die traurigen Ereignisse auf Leinwand zu bringen.

„Ich möchte damit meine tiefste Anteilnahme bekunden und in meinem Bild festhalten“, sagt Karl Grübl, der in seinem Kunstwerk verschiedenste Techniken verwendet hat. Der Untergrund wurde mit Kunstharzlack angefertigt, die Bemalung mit Acryltechnik und die Endausführung mit wasserfestem Permanentmarker durchgeführt. „Das Bild zeigt den Eiffelturm, der von düsteren Wolken umgarnt wird. Das Friedenszeichen soll aber über das Böse in der Welt strahlen“, will Karl Grübl ein Zeichen setzen.

Karl Grübl betreut Familie aus Aleppo

Mit zwei Bildern, die die zerbombte, syrische Stadt Aleppo zeigen, macht der Künstler darauf aufmerksam, dass die derzeitige Flüchtlingssituation in Österreich und Europa nicht mit dem Terror gleichgesetzt werden kann. „Gerade wegen des Terrors und des Krieges flüchten die Menschen. Sie haben genau dieselben Bedürfnisse nach Liebe, Frieden und Sicherheit wie du und ich“, weiß Karl Grübl aus Erfahrung.

Denn seit zwei Wochen betreut er im Rahmen der Initiative „Willkommen Mensch in Behamberg“ gemeinsam mit seiner Frau Irmtraud und dem Gemeinderat Gerhard Leitner eine fünfköpfige Flüchtlingsfamilie aus Aleppo. Die Autowerkstätte des 37-jährigen Vaters wurde zerbombt. Mit seiner Frau, den beiden Töchtern (10 und 9 Jahre) sowie dem fünfjährigen Sohn flüchtete er über die Türkei, wo die Familie acht Monate in einem Flüchtlingslager verbrachte. Seit Anfang Oktober ist die Familie in Österreich und hat nun – wie berichtet – in Behamberg ein Zuhause in Sicherheit gefunden.

Freiwillige helfen, wo es nötig ist

„Wir helfen, wo es nötig ist, fahren die Kinder zur Schule und die Eltern zum Einkaufen und zum Deutschunterricht, der zweimal wöchentlich im Gemeindeamt stattfindet. Es ist eine ganz normale Familie, die sich über jedwede Zuwendung freut. Zwar gibt es Verständigungsschwierigkeiten, weil die Eltern kein Englisch sprechen, mit Gerhard Leitners Kontakten zur islamischen Kultusgemeinde Steyr können wir aber bei Bedarf einen Dolmetscher heranziehen“, ist Karl Grübl froh, einen wichtigen Beitrag leisten zu können.

Mittlerweile wird der Flüchtlingspate schon von vielen als Leihopa bezeichnet. „Unser einziges Kind ist in der Lebenshilfe, wir werden nie eigene Enkelkinder haben. Ein Kinderlächeln ist deshalb eine ganz große Freude für uns.“ Da die Flüchtlingsfamilie derzeit auf die Unterstützung der Behamberger angewiesen ist – es kann mehrere Monate dauern, bis die Grundversorgung geregelt ist – will Karl Grübl seine Bilder für die Initiative „Willkommen Mensch in Behamberg“ zur Verfügung stellen. „Mit dem Verkauf der Bilder können wir viel bewirken“, bittet der Künstler um Unterstützung.