Erstellt am 11. Dezember 2015, 05:48

von Doris Schleifer-Höderl

Vom Samenkorn zum Traumchristbaum. Seit mehr als vierzig Jahren ist die Familie Holzner aus Behamberg Experte in Sachen heimische Christbäume.

Die Familie Holzner inmitten ihrer prächtigen Christbäume; v.l.n.r.: Franz und Berta Holzner, Josef Holzner, Dominik, Renate sowie Lukas und Florian Holzner.  |  NOEN, privat

Am Christbaumhof Manzl der Familie Holzner in Behamberg herrscht dieser Tage Hochbetrieb. Da helfen alle zusammen – Josef (50) und Renate Holzner, die drei Söhne Florian (21), Lukas (19) und Dominik (12) sowie die Großeltern Franz und Berta. Ob Blaufichte, Nordmanntanne oder Fichte – als Kunde hat man die Qual der Wahl, welcher Baum es heuer sein soll. Sogar übergroße Dekorationsbäume, bis sechs Meter hoch, kann man erstehen. Aber auch Schmuckreisig kann erworben werden, um sich den Tannenduft schon in der Adventzeit in die eigenen vier Wände zu holen.

Begonnen hat alles anno 1970. Da hat der Vater von Josef Holzner einen Wald mit einem hohen Fichtenbestand erworben. „Die Bäume sind allerdings viel zu dicht gestanden und mussten daher ausgeschlägert werden. So kam mein Vater auf die Idee, die Bäume zu verkaufen.“ Dreiundzwanzig Jahre später hat Josef Holzer gemeinsam mit seiner Gattin Renate den Betrieb übernommen und begonnen, eine Christbaumkultur zu kultivieren.

Trockenheit setzte Bäumen zu

Heute umfasst diese sechs Hektar und an die 30.000 Bäume. „Mit Ausfällen muss man aber immer rechnen. Zum Beispiel heuer hat die extreme Trockenheit im Sommer vor allem den Neupflanzungen und Einjährigen zugesetzt. Da haben wir ständig die Erde lockern müssen bzw. auftretende Risse sofort wieder ebnen. Aber Gott sei Dank haben wir alles im Griff gehabt und so ärgere Ausfälle vermeiden können.“

Vom Samenkorn bis zum Traumchristbaum ist es jedoch allemal ein weiter Weg. Zunächst werden die Zapfen geerntet und die Samenkörner im Frühjahr gesät. Nach vier Jahren in der Baumschule werden die Jungpflanzen vom Christbaumbauern gesetzt. In den nächsten Jahren müssen die jungen Christbäume vom Unkraut befreit werden, damit sie gleichmäßig wachsen können. Nach Frost und Schädlingsfraß müssen die Bäume mit Schere und Baumregler in der Höhe und in der Breite korrigiert werden. Schließlich im Baumalter von etwa zwölf Jahren erfolgen nach jahrelanger, aufwendiger Pflege die Auswahl und der Schnitt eines rund 1,70 Meter hohen Baumes.

Aktiver Klimaschutz durch heimische Bäume

Neben dem Ab-Hof-Verkauf, dem Selber-Aussuchen und Schneiden der Christbäume bieten die Holzners auch ein Zustellservice an und sind an Verkaufsständen in St. Valentin, Seitenstetten, St. Peter in der Au, Weyer, Steyr und Ansfelden anzutreffen. „Bäume aus der Region haben eindeutig ihre Vorteile“, berichtet Josef Holzner, der seit zehn Jahren auch Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft der niederösterreichischen Christbaum- und Schmuckreisig-Produzenten ist. „Wir betreiben damit aktiven Klimaschutz, weil die Transportwege minimal sind. Im Gegensatz zu vielen ausländischen Bäumen muss der heimische Christbaum nicht hunderte Kilometer zum Konsumenten gebracht werden.

Und was die wenigsten wissen: Ein Hektar Christbaumkultur bindet während der Produktionsphase von acht bis zehn Jahren zirka 140 Tonnen Kohlendioxid, erzeugt 100 Tonnen Sauerstoff und filtert Staubpartikel aus der Luft. Außerdem bleibt die Wertschöpfung in der Region und sichert Arbeitsplätze. Fest steht jedenfalls, dass Josef Holzners Söhne eines Tages den Betrieb übernehmen werden. „Es ist schön, wenn man weiß, dass es weitergeht. Da weiß man, wofür man das alles aufgebaut hat.“