Erstellt am 12. Januar 2016, 04:43

von Daniela Führer

Bezirk Amstetten: Arbeitslosigkeit steigt noch. 2015 stieg die Arbeitslosigkeit im Bezirk Amstetten um 6,7 Prozent. Auch 2016 ist keine Besserung in Sicht. Der Druck am Arbeitsmarkt bleibt weiterhin aufrecht.

AMS Amstetten-Geschäftsstellenleiter Harald Vetter weiß: »Das höhere Wirtschaftswachstum 2016 reicht nicht aus für einen Abbau der Arbeitslosigkeit.«  |  NOEN, Mag. Barbara V. Ederer
Trotz einer besseren Arbeitsmarktlage im Bezirk verglichen mit dem NÖ-Durchschnitt stieg die Zahl der vorgemerkten Arbeitsuchenden beim AMS Amstetten gegenüber dem Vorjahr weiter an.

2.688 Arbeitslose im Monatsschnitt 2015

„Das Wirtschaftswachstum von 0,7 Prozent war viel zu schwach, um eine Entspannung am Arbeitsmarkt zu bewirken. Hinzu kommt, dass das Angebot an Arbeitskräften weitaus höher ist, als von den Unternehmen benötigt“, erklärt Harald Vetter, Geschäftsstellenleiter des AMS Amstetten. Daher nahm die Zahl der Arbeitslosen trotz einem leichten Beschäftigungsplus gegenüber 2014 zu.

2.688 arbeitslose Personen im Monatsschnitt 2015 im Bezirk bedeuten eine Steigerung von 6,7 Prozent im Vergleich zu 2014 (NÖ-weit ergab sich gar ein Plus von 9,5 Prozent). Von den 2.688 Arbeitslosen sind 1.180 Frauen und 1.508 Männer. Durchschnittlich befanden sich 2015 monatlich auch nur 514 Personen in Schulung – um 10,3 Prozent weniger als 2014.

Trotz schwieriger Rahmenbedingungen am Arbeitsmarkt hat das AMS Amstetten viel für Jobsuchende und Unternehmen erreicht. „2015 konnten 4.400 Arbeitslose – um 1,4 Prozent mehr als im Vorjahr – aus dem Bezirk wieder in den Arbeitsmarkt integriert werden und fast 3.500 beim AMS von den Betrieben gemeldete freie Stellen mit passendem Personal besetzt werden“, so die vorläufige, erfreuliche Geschäftsbilanz von Vetter.

Langzeitarbeitslose: Jeder Zweite über 50

Die Zahl der Jobsuchenden, die bereits ein Jahr und länger vorgemerkt sind, ist in diesem Jahr um satte 102,6 Prozent auf 306 (Jahresdurchschnitt) gestiegen. „Mit der angespannten Arbeitsmarktsituation steigt die Zahl der Langzeitarbeitslosen weiterhin an“, erklärt der Geschäftsstellenleiter des AMS Amstetten.

Gleichzeitig sei es aber auch gelungen, viele Langzeitarbeitslose wieder in das Erwerbsleben zu integrieren: „Verglichen mit 2014 haben um ein Drittel mehr mit Unterstützung des AMS Amstetten den Wiedereinstieg ins Erwerbsleben geschafft“, freut sich Vetter.

Fast jeder zweite Langzeitarbeitslose ist 50 Jahre oder älter. „Für Golden Ager ist es besonders schwer, im Berufsleben wieder Fuß zu fassen“, weiß der AMS Amstetten-Chef. Die Zahl der beim AMS Amstetten vorgemerkten Arbeitslosen, die der Generation 50+ angehören, ist 2015 weiter gestiegen: im Vergleich zum Vorjahr um 13,3 Prozent auf jahresdurchschnittlich 744 Personen.

„Der Druck am heimischen Arbeitsmarkt
bleibt weiterhin aufrecht, die angespannte
Arbeitsmarktsituation wird sich leider auch
2016 fortsetzen.“

Gleichzeitig ist 2015 aber fast 700 Jobsuchenden ab 50 Jahren der Wiedereinstieg ins Erwerbsleben gelungen. „Das sind rund 15 Prozent mehr als im letzten Jahr. Ein Zeichen, dass unsere Kampagne ‚Einstellungssache 50+‘ Wirkung zeigt“, erklärt Harald Vetter.

Für Arbeitsuchende ab 50 Jahren bietet das AMS NÖ eine Förderung für Dienstgeber, die bereits länger vorgemerkte Personen dieser Altersgruppe einstellen, an.

Die Prognose für heuer fällt eher trüb aus. Die Arbeitslosigkeit wird im Bezirk weiter steigen. „Das höhere Wirtschaftswachstum reicht nicht aus für einen Abbau der Arbeitslosigkeit, und auch das Arbeitskräfteangebot steigt weiter“, blickt der AMS-Chef in die Zukunft.

Zusätzlich wird das Angebot an Arbeitskräften weiter deutlich zunehmen. „Der Druck am heimischen Arbeitsmarkt bleibt also aufrecht. Das wird vor allem jenen Personen zu schaffen machen, die es aufgrund gesundheitlicher Probleme, Alter oder geringer Ausbildung schwer im Berufsleben haben“ so der Ausblick von AMS Amstetten Chef Harald Vetter auf das Jahr 2016.

Daher verfolge das AMS für 2016 laut Vetter die Ziele, den Einschaltgrad als AMS am Stellenmarkt zu verbessern und eine dauerhafte Ausgrenzung von Personen am Arbeitsmarkt zu verhindern.