Erstellt am 13. Juni 2017, 05:38

von Hermann Knapp

Die Preise haben sich erholt. Bundesrat Pum:„Bauern erwirtschaft endlich Einkommen, das Investitionen ermöglicht.“

Bezirksbauernbundobmann Bundesrat Andreas Pum hofft auf eine gute Ernte beim Winterweizen und freut sich natürlich über die positive Preisentwicklung in vielen Sparten.  |  privat

Erfreuliche Nachrichten hat Bauernbundbezirksobmann Andreas Pum von der Landwirtschaft. „Entgegen aller Prognosen zu Jahresbeginn haben sich die Preise nach oben entwickelt. Die Stimmung ist endlich wieder gut“, berichtet der VP-Politiker. Als Beispiel führt er den Preis für Ferkel an, der nach einem langen Tief jetzt beim hohen Niveau von 2012 anknüpfen konnte. „Für ein Ferkel mit 30 Kilo bekommt der Landwirt zur Zeit zwischen 85 bis 90 Euro. Es hat Zeiten gegeben, da waren es nur 50 Euro.“ Mit den derzeitigen Preisen, so Pum, sei es für die Bauern endlich möglich,

wieder ein Einkommen zu erwirtschaften und somit auch an notwendige Investitionen zu denken. „Und darum geht es. Die Landwirte wollen ja ihre Betriebe für die Zukunft rüsten und eine solide Basis für die kommenden Generationen schaffen. Das war jetzt lange Zeit nicht möglich, um so mehr freuen wir uns über die Erholung der Märkte“, sagt Pum.

Produkte am Weltmarkt wieder gefragt

Die Politik habe sich in den letzten Jahren mit verschiedenen Aktionen bemüht, das Ihre zur Besserung der Lage beizutragen – durch die Stärkung der Regionalität, Qualitätssicherung und auch durch Exportstützung. „Es wurde aber auch versucht, regionale Absatzmärkte zu öffnen – etwa durch die Veränderung der Ausschreibungsrichtlinien bei Pflegeheimen und Spitälern“, betont der Bauernvertreter.

Am Weltmarkt selbst sei es für ein kleines Land wie Österreich praktisch unmöglich, etwas zu bewirken. Wenn hingegen Deutschland die Anzahl der Kühe um ein paar Hunderttausend reduziere, dann habe das natürlich Auswirkungen. „Die Milchmenge wurde europaweit deutlich abgestockt und das ist auch der Grund dafür, warum sich die Lage gebessert hat. Derzeit liegen wir preislich bei 34 Cent netto (je Kilogramm), für Biomilch wird zwischen 44 und 46 Cent netto gezahlt. Da bleibt endlich wieder Spielraum für Investitionen“, freut sich Pum.

Dass österreichische Produkte am Weltmarkt wieder sehr gefragt seien, liege aber auch an deren unbestrittener Qualität. „So wird etwa in China für Babynahrung auf österreichische Milch zurückgegriffen und da reden wir natürlich gleich von großen Mengen. In der Türkei gibt es derzeit, trotz politischer Verstimmungen, rege Nachfrage nach unseren Kälbern“, berichtet Pum. Was er sich noch wünscht, wäre ein Ende des Embargos gegen Russland: „Denn diesen Markt brauchen wir auch.“

Wie die Erwartungen für die heurige Ernte aussehen und ob die Landwirtschaft besonders hart mit Wetterkapriolen zu kämpfen hat, in der aktuellen Ausgabe der NÖN.

Daten zum Bezirk

Die gesamte landwirtschaftliche Nutzfläche beträgt 51.500 Hektar. Die Ackerfläche ohne Feldfutter beläuft sich auf 32.000 Hektar und verteilt sich wie folgt:

Mais, 13.750 ha; Weizen, 7.000 ha; Gerste; 4.350 ha; Hafer, 250 ha; Winterraps, 550 ha; Sojabohnen, 1.750 ha; Zuckerrüben, 720 ha; Brachflächen, 850 ha; Erbsen, und Pferdebohnen; 350 ha.

Grünland und Feldfutter belaufen sich auf 19.850 Hektar.

Im gesamten politischen Bezirk Amstetten (inklusive Waidhofen) werden auf 1.240 Betrieben 24.146 Milchkühe gehalten.

Aus der Tagesleistung einer Kuh (25 l Rohmilch) können entweder 2 l Rahm, 5,5 kg Topfen, 1 kg Butter, 25 kg Joghurt oder 2 bis 4 kg Käse erzeugt werden.