Erstellt am 03. November 2015, 05:52

von Hermann Knapp

Müll: Alles neu ab 2018. Kunststoff könnte künftig mit dem Gelben Sack gesammelt werden. Für die Bürger soll das mehr Komfort bringen. Auch Mekam-Tonne steht zur Diskussion.

Kürzlich bei einer Infoveranstaltung für Bürgermeister und Gemeindevertreter. Abfallverbandsobmann Anton Kasser und Geschäftsführer Wolfgang Lindorfer (l.) präsentieren den gelben Sack.  |  NOEN, Foto: Pressl

„Es wird die größte Änderung des Müllsammelsystems der letzten 20 Jahre“, kündigt der Geschäftsführer des Umweltverbandes Wolfgang Lindorfer an. Tatsächlich ist derzeit österreichweit im Abfallgeschäft vieles im Umbruch. Auf EU-Geheiß wird nämlich der Abfallmarkt auch im Haushaltsbereich liberalisiert. Beim Gewerbemüll gibt es ja schon mehrere Anbieter, beim Hausmüll hatte die Altstoff Recycling Austria (ARA) ein Monopol.

Das fällt nun aber. Die ARA wird in diesem Segment zwar weiterhin ungefähr einen Marktanteil von 85 Prozent haben, die restlichen 15 Prozent werden sich andere Firmen teilen. Welches Unternehmen künftig welchen Entsorgungsbezirk betreut, wird ausgelost. Es könnte also im Bezirk Amstetten ein anderer sein als im Bezirk Melk. Für die Bürger soll die Änderung allerdings nicht merkbar sein, denn die Anbieter müssen die bestehende Infrastruktur übernehmen.

Im Bezirk Amstetten nimmt man diese Änderung zum Anlass, auch über das eigene Sammelsystem nachzudenken. „Vor allem beim Plastikmüll wünschen sich die Bürger mehr Bequemlichkeit“, sagt Lindorfer.

Umstellung soll Bürgern Vorteile bringen

Bislang muss dieser ja zu den Sammelstellen gebracht werden. Überlegt und mit den Gemeinden diskutiert wird nun der gelbe Sack. „Damit könnten die Bürger Verpackungsmaterial zuhause sammeln und dieses würde auch direkt von dort abgeholt“, sagt der Umweltverbands-Geschäftsführer. Bei größeren Wohnanlagen wird es natürlich Behälter geben. Fix ist derzeit aber noch nichts.

Oberste Maxime bei der Umstellung ist, dass das neue System den Bürgern Vorteile bringen soll. Zugleich erhofft man sich aber auch mehr Trennqualität, denn gerade in den Kunststoffsammelbehältern landen oft Dinge, die da nicht hineingehören. Und da der Verband ja nach wie vor eine Trennquote von 70 Prozent und mehr anstrebt, will man Maßnahmen setzen, um das zu erreichen.

Möglicherweise wird auch die Mekam-Tonne, die in verschiedenen Gemeinden im Einsatz ist, mit Jänner 2018 Geschichte sein. Auch da lässt oft die Trennqualität zu wünschen übrig und die Entleerung ist nicht ganz einfach. „Ob eine Änderung kommt, wird im 1. Halbjahr 2016 entschieden. Umgesetzt wird sie dann frühestens mit Jänner 2018“, sagt Lindorfer.

Überdenken wird der Verband auch die rund 1.000 Sammelinseln im Bezirk. Die Standorte und vor allem die Zufahrtsmöglichkeiten sind nicht überall ideal. „Wir werden da sicher nachjustieren“, sagt Lindorfer. Fix ist jetzt schon, dass deutlich größere Glassammelbehälter aufgestellt werden.
2016 ist das Jahr, in dem alle Änderungen fixiert werden und die Ausschreibungen erfolgen. 2017 werden die baulichen Maßnahmen erfolgen und Behälter angeschafft. 2018 soll das neue System in Betrieb gehen.