Erstellt am 12. April 2017, 04:55

von Hermann Knapp

„Unser Valentinstag heißt Ostern“. Eierproduzenten im Bezirk und in ganz Österreich bürgen für Qualität. Konsument weiß das zu schätzen.

Im Gasthaus Berndl in Krenstetten setzt man auf Qualität aus der Region. In der Speisekarte kann der Gast lesen, von welchem Betrieb die Produkte kommen, die er verzehrt. Die Eier liefert natürlich der Legehennenbetrieb Kirchweger. V.l.n.r. Bundesrat Andreas Pum, Cornelia Berndl, Franz Kirchweger, Obmann der österreichischen Frischeiererzeugergemeinschaft, und Herbert Berndl.  |  NOEN, Knapp

Durchschnittlich zehn Ostereier verzehren die Mostviertler pro Kopf rund um die Feiertage. Österreichweit sind es 70 Millionen Eier – das ist rund ein Zehntel des Jahresverbrauchs. „Wir nennen daher Ostern nicht umsonst den Valentinstag der Eierproduzenten“, sagt der Obmann der österreichischen Frischeier-Erzeugergemeinschaft, Franz Kirchweger aus Aschbach. Was ihn besonders freut: Es sind tatsächlich hauptsächlich österreichische Eier, die in den Nestern liegen.

Denn der Handel verkauft nur solche, die von heimischen Legebetrieben hergestellt werden. Der Stempel auf dem Ei gibt Auskunft, woher es stammt (siehe Infobox unter dem Text).

AMA-Gütesiegel gibt Sicherheit

Sicher ist: Wo die Abkürzung AT draufsteht, ist Österreich drinnen. „Wer seine Eier auf Märkten in der Großstadt kauft oder auch in türkischen Geschäften, der sollte auf jeden Fall darauf schauen, woher sie kommen. Denn dort gibt es auch zum Beispiel Käfigeier aus Spanien. Der Verkauf ist in Österreich ja nicht verboten“, sagt Kirchweger.

Wer auf hohe Qualität Wert lege, solle heimischen Eiern den Vorzug geben. „Denn im Rahmen des AMA-Gütesiegels haben die Konsumenten die größtmögliche Sicherheit, dass alle gesetzlichen Vorgaben eingehalten werden. Dazu gehört zum Beispiel die Qualität der Futtermittel. Die Betriebe im Bezirk beziehen sie von heimischen Händlern, da bleibt also auch die Wertschöpfung in der Region.“ Zudem stamme das Soja, das verfüttert werde, ausschließlich aus Europa.

Selbstversorgungsgrad liegt bei 90 Prozent

Die Eierproduzenten sind im Bezirk und österreichweit derzeit auf einem guten Weg. Im Jahr 2009 hatten mit dem Verbot der Käfighaltung (drei Jahre vor der entsprechenden EU-Regelung) und damit nötigen Investitionen etliche Betriebe das Handtuch geworfen.

Doch inzwischen hat sich die Branche konsolidiert. „Der Selbstversorgungsgrad in Österreich ist in den letzten Jahren stetig gestiegen und jetzt liegen wir schon bei etwa 90 Prozent“, freut sich Kirchweger. Rund zwei Drittel der rund 1.000 Legehennen-Betriebe in Österreich praktizieren Bodenhaltung, 20 Prozent Freiland- und etwa zehn Prozent Biofreilandhaltung.

Leider noch immer nicht auf heimische Eier umgestiegen sind viele Gastronomiebetriebe, Großküchen und die verarbeitende Industrie. Und sie verarbeiten immerhin 60 Prozent der in Österreich insgesamt verbrauchten Eier. Für Bezirksbauernbundobmann Andreas Pum wurde da aber mit dem Bestbieterprinzip ein Schritt in die richtige Richtung gesetzt. „Denn gerade für Großküchen, Spitäler und Pflegeheime wird dadurch die Tür geöffnet, nicht billige ausländische Käfigeier, sondern heimische Qualität zu verwenden. Ich erwarte mir da auch ein Umdenken bei der Gastronomie und in den Großküchen.“

Aktion "Gut zu Wissen"

Die Bauernkammer versucht schon seit dem Vorjahr, die Wirte mit der Aktion „Gut zu wissen“ ins Boot der Regionalität zu holen. „Es geht darum, dass der Gastronom in der Karte ausweist, von welchen Produzenten er seine Produkte bezieht. Die Erfahrung zeigt, dass das dem Konsumenten auch etwas wert ist“, sagt Pum.

Franz Kirchweger praktiziert Bodenhaltung und hat rund 8.000 Legehennen, die im Jahr ca. 2,4 Millionen Eier legten. er beliefert alle Gasthäuser im Raum Aschbach mit Eiern. Zu Ostern sind sie natürlich schön bunt bemalt.