Erstellt am 22. Dezember 2015, 04:58

von Ingrid Vogl

Bürgermeister als Asphaltierer. Für den Maibaumdiebstahl wurde Haags Bürgermeister Lukas Michlmayr von der Strabag zu einem Tag Asphaltieren verdonnert. Am 4. Jänner wird er als Sternsinger unterwegs sein.

Als Anstifter des Maibaumdiebstahls wurde Haags Bürgermeister Lukas Michlmayr (l.) von der Strabag zu einem Tag Asphaltierungsarbeiten verdonnert. Am vergangenen Dienstag löste der Ortschef seine Strafe ein und half tatkräftig mit, 250 Meter Gehsteig in der Sankt Valentiner-Straße zu asphaltieren. Foto: Gemeinde Haag  |  NOEN, Gemeinde Haag

Gerechte Strafe muss sein. Dass dabei auch bei einem Bürgermeister keine Ausnahme gemacht wird, das war vergangene Woche in der Sankt Valentiner-Straße in Stadt Haag zu beobachten. Am Montag war die Straße asphaltiert worden, am Dienstag folgte der Gehsteig. Und da mischte sich – in voller Arbeitsmontur – auch Bürgermeister Lukas Michlmayr unter die Asphaltpartie der Strabag.

Der Anlass für den ungewöhnlichen Arbeitseinsatz des Ortschefs liegt bereits einige Monate zurück. Im Mai war Michlmayr Anstifter jener Truppe, die den Maibaum der Strabag entwendete und in der Folge im Löwengehege des Haager Tierparks aufstellte.

Diese Aktion bescherte dem Tierpark und der gesamten Stadt Schlagzeilen und Medieninteresse über die Landesgrenzen hinweg (

).

„Es waren eher Hilfstätigkeiten“

Dem Bürgermeister blieben aber einer alten Tradition gemäß eine Gerichtsverhandlung und Strafarbeit nicht erspart. Er wurde zu einem Tag Asphaltierungsarbeit verdonnert. Diese Strafe löste er am Dienstag ein.

Punkt 7.30 Uhr trat Michlmayr seinen Dienst an. 250 Meter Gehsteig hatte die neunköpfige Mannschaft bis zur Eröffnungsfeier zu asphaltieren, die dem Datum entsprechend um 15.12 Uhr stattfand.

„Ich bin mit der Scheibtruhe gefahren und musste den Asphalt aufbringen. Es waren eher Hilfstätigkeiten, den Asphaltfertiger durfte ich leider nicht bedienen“, berichtete Michlmayr über seinen besonderen Arbeitstag.

Mit weniger Muskelkater ist Michlmayrs nächster, für ein Stadtoberhaupt ziemlich ungewöhnlicher, Auftritt verbunden. Auch als Bürgermeister möchte er an einer Tradition festhalten und wird am 4. Jänner – wie schon in den Jahren zuvor – als Sternsinger von Haus zu Haus ziehen und Spenden sammeln.

„Die Route steht schon fest. Wir werden 40 Häuser besuchen“, verrät der Bürgermeister. Dass die Besuche mehr Zeit in Anspruch nehmen werden als in den letzten Jahren, darauf hat sich Michlmayr schon eingestellt. Ob die Bevölkerung beim Bürgermeister besonders spendenfreudig sein wird, das steht aber noch in den Sternen.

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