Erstellt am 02. März 2016, 00:49

von Daniela Rittmannsberger

Der Kanzler liebte die Knackwurst. Den Werten und dem Wirken von Bundeskanzler und "Alt-Seitenstettne" Julius Raab widmet sich die Ausstellung "Schau ma amoi - Werte & Wirtschaft 2.0".

Am 1. April wird die Ausstellung „Schau ma amoi – Werte & Wirtschaft 2.0“ im Stift Seitenstetten eröffnet. Am Bild: Bürgermeister Johann Spreitzer, Wirtschaftskammer-Präsidentin Sonja Zwazl, Abt Petrus Pilsinger, Landtagsabgeordnete und Moststraßen-Obfrau Michaela Hinterholzer, Wirtschaftskammer-Obmann Reinhard Mösl und und Wirtschaftskammer-Bezirksstellenleiter Andreas Geierlehner (v.l.).  |  NOEN, Daniela Rittmansberger

Was hat der bekannte „Staatsvertragskanzler“ Julius Raab mit dem Stift Seitenstetten zu tun? So einiges, denn der Politiker besuchte nicht nur das Stiftsgymnasium, sondern hinterließ der Bildungseinrichtung auch seinen privaten Nachlass.

Seinen 125. Geburtstag nahm sich das Stift Seitenstetten zum Anlass, um eine umfassende Ausstellung rund um den „Baumeister der Zweiten Republik“ auf die Beine zu stellen. Unter dem einprägenden Titel „Schau ma amoi – Wirtschaft & Werte 2.0“ steht aber nicht nur Raab im Mittelpunkt, sondern auch der Heilige Benedikt und – am Plakat mit einem lachenden Smiley dargestellt – die moderne Welt der Technologien.

Vorteile und Gefahren der virtuellen Welt

Die Wirtschaft und die Werte zu Zeiten Julius Raabs und jene der heutigen Zeit stehen sich in der Ausstellung gegenüber – und sollen zu manch kritischer Einsicht verhelfen: „Wir wollen die Menschen auf eine provokative Art und Weise zum Nachdenken anregen“, erklärte Abt Petrus Pilsinger in der Vorwoche bei der Pressekonferenz. Die kritische Auseinandersetzung mit den heutigen „Werten“ zeigt vor allem ein „Handyaltar“ auf.

„Das Smartphone stellt heutzutage ja oft das Allerheiligste dar“, sagt Pilsinger. Dieser Teil der Ausstellung widmet sich also den Vorteilen und Gefahren der virtuellen Welt. Die Präsidentin der Wirtschaftskammer NÖ, Sonja Zwazl, freute sich besonders darüber, dass das Wirken des ehemaligen WKO-Gründers öffentlich gemacht wird. „Julius Raab ist ein Beispiel dafür, wie wichtig lebenslanges Lernen, Offenheit und Beharrlichkeit sind“, sagt sie.

„Wichtig, sich an Werten festhalten zu können“

Für Moststraßen-Obfrau Michaela Hinterholzer waren gerade die Werte Julius Raabs ein Grund gewesen, warum man sich nach der Ausstellung rund ums Pilgern im Vorjahr heuer auf den berühmten Schüler des Stiftes festlegte. „Der 125. Geburtstag ist ein schöner Anlass, um Julius Raab vor den Vorhang zu holen. Gerade in Zeiten wie diesen ist es wichtig, sich an gewissen Werten festhalten zu können.“

Der Dritte im Bunde der Ausstellung, der Heilige Benedikt, sei so etwas wie der „Start-up- Gründer seiner Zeit gewesen“, erklärt Moststraßen-Manager Peter Brandstetter. Er zeige, was Beharrlichkeit bedeutet, denn er habe einige Klöster gegründet, bis dann endlich eines funktionierte und ihn zu einem Vorbild bis heute machte. Beworben wird die Ausstellung, die am 1. April eröffnet wird und zwei Jahre läuft, übrigens mit einer großen Knackwurst am Plakat: Das war Raabs Lieblingsspeise.