St. Valentin

Erstellt am 12. Juli 2016, 22:47

von Daniela Führer und APA Red

Pkw-Insassen gerettet: „Saß mit dem Sitz im Wasser“. Es war eine mehr als brenzlige Situation, in die drei Pkw-Insassen am gestrigen Dienstagabend gegen 20.25 Uhr in der Langenharter Unterführung in St. Valentin (Bezirk Amstetten) gerieten...

Bei dieser Unterführung in St. Valentin passierte das Unglück.  |  FF St. Valentin/FF Amstetten

Heinrich Öllinger konnte sich noch selbst durch die Fensterscheibe seines Wagens retten.  |  www.fotokerschi.at

Der St. Valentiner Heinrich Öllinger war der erste, der mit seinem Wagen in die Unterführung einfuhr und im Wasser stecken blieb. Er bemerkte zunächst nicht, dass sich bereits eine größere Menge an Wasser angesammelt hatte. „Daher bin ich mit normalem Tempo in die Unterführung eingefahren. Dann bekam ich aber sofort Aquaplaning und versuchte, rückwärts wieder hinauszuschieben“, so Öllinger. Die Reifen seines Wagens hatten  aber keinen Grip mehr und der Pkw blieb stecken.

„Das Wasser stieg massiv und auch die Sicht war sehr schlecht.“

St. Valentins FF-Chef Peter Spanyar

Öllinger wählte daraufhin den Notruf der Feuerwehr. „Noch während dem Gespräch saß ich mit dem Sitz im Wasser, so schnell stieg es an“, schildert der selbstständige Lokalbetreiber. Die Tür seines Autos brachte er nicht mehr auf, also kurbelte er seine Fensterscheibe nach unten und schlüpfte durch diese hinaus. Da stand er dann bis zur Brust im Wasser und watete die Unterführung hinaus.

Mario Käferböck bedankte sich bei FF-Kommandant Peter Spanyar für die rasche Hilfe.
 
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Er beobachtete auch noch, wie ein zweites Fahrzeug von der Gegenseite in die Wassermassen einfuhr. Ein junges Paar saß im Auto. „Wir schwammen mit allen vier Reifen auf“, schildert Mario Käferböck aus Schwertberg (Foto links), der mit dem Fahrzeug seines Großvaters und mit der Freundin am Beifahrersitz in die gefährliche Situation geriet. Das Paar konnte sich ebenfalls über die Fensterscheiben selbst retten und wurde schließlich von der eingetroffenen Feuerwehr mittels Seil gerettet.

Wie schnell die Unterführung mit Wasser überlief, schilderte auch der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr St. Valentin, Peter Spanyar: „Ich bin ein paar Minuten zuvor noch selbst durch die Unterführung gefahren. Da war erst ganz ein wenig Wasser darin. Das ging dann so schnell, das Wasser stieg massiv und auch die Sicht war sehr schlecht.“

Warum es zu so einer Situation überhaupt kommen konnte, lässt sich auf kaputte Pumpen zurückführen, die eigentlich bei derartigen Starkregenereignissen das Wasser abpumpen. Die Gemeindeverantwortlichen teilten mit, dass diese womöglich durch einen Blitzschlag zuvor beschädigt wurden.

Garagen und Keller bis zu einem Meter unter Wasser

Der gesamte Bezirk Amstetten war am Dienstagabend massiv von Unwettern betroffen. Starkregen setzte Garagen und Keller bis zu einem Meter unter Wasser, schilderte NÖ Feuerwehrsprecher Franz Resperger. 80 Notfälle wurden registriert. Die heftigen Regenfälle breiteten sich auch auf die Bezirke Melk und St. Pölten aus. Mit Stand 22.00 Uhr hielt die Feuerwehr bei insgesamt 220 Einsätzen.

Das Bezirksfeuerwehrkommando berichtete von Hunderten Notrufen und nannte Amstetten und St. Valentin als Hotspots. Auspumparbeiten und Straßenreinigungen nach Vermurungen würden sich bis in die Morgenstunden erstrecken, hieß es.