Erstellt am 20. Oktober 2015, 05:07

von Sabine Hummer

Ein „saurer Apfel“: Teurer Grundstücksankauf. Horrender Preis stößt beim Gemeinderat sauer auf. Ankauf dennoch fix, weil Feuerwehr Ausfahrt benötigt.

Die zusätzliche Fläche bringt künftig nicht nur mehr Parkflächen, sondern eine eigene Ausfahrt für die Freiwillige Feuerwehr. Foto: Gemeinde  |  NOEN, Gemeinde Behamberg
Eine lange Diskussion im Gemeinderat, bei der die SPÖ sogar kurz für eine interne Besprechung den Saal verließ, brachte der Tagesordnungspunkt „Ankauf eines Grundstücks für Feuerwehrzufahrt und Stellplätze“ am vergangenen Montag mit sich.

„Feuerwehr braucht unbedingt adäquate Ausfahrt“

x  |  NOEN, Gemeinde Behamberg
Ein an das Kommunalzentrum angrenzendes Grundstück soll angekauft werden. „Die Feuerwehr braucht unbedingt eine adäquate Ausfahrt“, stellte Bürgermeister Karl Josef Stegh in der Gemeinderatssitzung fest.

Derzeit führt diese mitten durch das Ortszentrum und wird vor allem bei Veranstaltungen regelmäßig durch parkende Autos verstellt. Weiters ist für die Feuerwehrmitglieder selbst viel zu wenig Parkfläche vorhanden. Und auch beim Gemeindeamt herrscht regelmäßig Parkplatzbedarf.

Zudem wird die bisher bestehende Ausfahrt auf die Landesstraße L6258, die über ein Privatgrundstück führt, demnächst aufgelassen. Mit dem neuen Grundstück würde sich auch hier eine neue Ausfahrt ergeben.

102.700 Euro für 1.250 Quadratmeter Grünland

„Die Nachfrage steigert in diesem Fall leider den Preis“, bedauert der Ortschef. Denn für die 1.250 Quadratmeter große Grundstücksfläche muss ein durchaus unüblicher Preis von 78,47 Euro pro Quadratmeter bezahlt werden. Inklusive aller Steuern wird der Ankauf der Grünlandfläche also mit 102.700 Euro zu Buche schlagen.

„Wir haben mit dem Grundbesitzer lange verhandelt. Da ist nichts zu machen. Und wir wissen, dass das Grundstück nicht billiger wird, zumal nächstes Jahr die Ertragssteuer um fünf Prozent ansteigen wird“, erklärte Stegh den versammelten Mandataren den Stand der Dinge. „Wir müssen leider in den sauren Apfel beißen, um für die Zukunft Weichen zu stellen. Denn in das Gesamtkonzept Kommunal- und Feuerwehrhaussanierung sei diese Fläche bereits miteinbezogen worden.

Vor allem die SPÖ drängte in der weiteren Diskussion auf Alternativen, zum Beispiel nur ein Teilgrundstück anzukaufen, und plädierte, den Tagesordnungspunkt zu vertagen. Darauf ließ sich der Bürgermeister allerdings nicht ein. Und auch Johann Reitbauer, der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Wachtberg, verdeutlichte noch einmal die Wichtigkeit dieses Grundstückes für eine professionelle Feuerwehrarbeit.

„Ich finde es nach wie vor überteuert. Im Sinne der Freiwilligen Feuerwehr und der Gesamtlösung stimmen wir dennoch dafür“, erklärte SP-Fraktionschef Gerhard Leitner schließlich. „Ich hoffe nicht auf Nachahmungstäter.“

Auch die FPÖ stimmte für den Ankauf. „300 Meter Radweg haben 250.000 Euro gekostet. Das ist also ein Schnäppchen“, scherzte Herbert Wimmer.

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