Erstellt am 31. Mai 2016, 06:04

von Daniela Rittmannsberger

Engel-Parkplatz: Der Wald wird gerodet. Die Firma Engel kann ihren geplanten Parkplatz mit 341 Abstellflächen verwirklichen. Der Gemeinderat gab in der Vorwoche grünes Licht für das Projekt.

Stundenlang las Verkehrsstadträtin Sabine Hörtner (2.v.r.) hunderte Stellungnahmen, vorwiegend von Anrainern, gegen den geplanten Engel-Parkplatz vor.  |  NOEN, Daniela Rittmannsberger
Fast fünf Stunden wurde in der Vorwoche im Gemeinderat fast ausschließlich über ein Thema diskutiert: den geplanten Parkplatz der Firma Engel in Herzograd, den das Unternehmen wegen der Erweiterung des Firmenstandortes benötigt. Der Bau des Parkplatzes, für den insgesamt 9.000 Quadratmeter Wald gerodet werden sollen, sorgte in den vergangenen Monaten für viel Wirbel ( ).

Bereits im Herbst sammelte eine Initiative über 600 Unterstützungserklärungen und einige hunderte Stellungnahmen, vorwiegend von Anrainern, die sich klar gegen den Bau aussprechen. Der Herzograder Wald sei eine „grüne Lunge“, die vor allem als Naherholungsgebiet und Puffer zwischen den Wohnräumen und der Industrie diene. Vorschläge, den Parkplatz mehrstöckig zu errichten, wurden bereits in früheren Berichten abgewiesen, da dies für die Firma Engel nicht in Frage kam. Die Entscheidung des Unternehmens für das umstrittene Grundstück fußt nämlich auf den Plänen für die Ortsumfahrung. Die Umfahrungsstraße soll in Zukunft direkt an den neuen Parkplatz anschließen, daher wurde dieser Teil des Waldes dafür ausgewählt.

Keine wertvollen Faktoren am Standort

Das Projekt wurde von Städteplanern und vom Land geprüft. Dieses Gutachten wurde an diesem Abend ebenfalls vor der Öffentlichkeit verlesen. Die Planer kamen aber zu dem Schluss, dass an dem Standort keine so wertvollen Faktoren seien und alle nachhaltigen Wirkungen ausgleichbar. Konkret bedeutet das, dass sich die Gutachten für eine Rodung des Waldes aussprachen und der Umwidmung in eine private Verkehrsfläche stattgegeben wurde.

Für den gerodeten Wald wird in St. Valentin eine Ersatzaufforstung im Verhältnis von 1 zu 1,5 durchgeführt. Bürgermeisterin Suchan-Mayr (SP) betonte, dass ihrer Fraktion die Entscheidung, den Wald zu fällen, nicht leicht gefallen sei. Die ÖVP mit Andreas Pum sprach sich für das Projekt aus, eines sei aber unvermeidlich: „Die Entscheidung ist gut überlegt, die Umwidmung gibt der Firma die Chance, weiter bestehen zu können.“

Insgesamt 341 Parkplätze werden in zwei Bauetappen errichtet, der Rodungsbescheid ist bis Ende 2017 genehmigt.