Erstellt am 08. März 2016, 05:34

von Daniela Rittmannsberger

Ertler trinken bald Waidhofner Wasser. Nach Wasserknappheit in den vergangenen Monaten schließt Ertl Liefervertrag mit der Nachbargemeinde.

Frisches und qualitativ sehr gutes Wasser aus Waidhofen werden die Ertler mit Jahresende in ihre Trinkgläser füllen. Der Deal zwischen den Gemeinden ist fix, der Vertrag wir demnächst unterzeichnet. Foto: Shutterstock/Pingpao  |  NOEN, Shutterstock/Pingpao
Der trockene Sommer und die geringen Niederschläge ließen die Quelle im Grestnerwald beinahe versiegen, zehrten an den Wasservorräten in der Gemeinde Ertl und machen sich bis heute bemerkbar: Bereits seit Mai vergangenen Jahres steht das Thema Wasser daher im Fokus von Bürgermeister Josef Forstner.

Nach den sehr trockenen Monaten im Sommer war dann klar: Es muss nach einer zusätzlichen Möglichkeit gesucht werden, um genügend Wasser bereit stellen zu können.

Erste Gespräche gab es schon im Mai

Im Herbst wurde mittels Bohrung zwar eine Quelle gefunden, die gutes Wasser liefert, aber zu wenig, um sie an das Wassernetz anzuschließen: „Mit dem Wasser der Quelle könnten wir nur ein paar Häuser versorgen. Dafür wäre der Aufwand einfach zu groß“, sagt der Bürgermeister.

Forster suchte gemeinsam mit seinem Gemeinderat nach einer nachhaltigen und langfristigen Lösung. „Wir bringen es nicht zusammen, uns selbst zu versorgen. Da war uns klar, dass wir uns etwas überlegen müssen“, sagt der Ortschef.

Und die langfristige Lösung wurde jetzt unter Dach und Fach gebracht. Ertl wird sein Wasser künftig aus Waidhofen an der Ybbs beziehen. Erste Gespräche über einen möglichen Liefervertrag gab es bereits im Mai, in der Vorwoche wurden sie abgeschlossen.

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Teilversorgt wird die Gemeinde Ertl ja bereits seit 2005 über eine Anschlussleitung mit Wasser aus Waidhofen, nun wird die Liefermenge erhöht. „Wir haben eine Studie in Auftrag gegeben, die günstige Varianten einer Vollversorgung von Ertl aufzeigen sollte“, erklärte Bürgermeister Werner Krammer.

Die Errichtung einer Verbindungsleitung zwischen Fischerschmied und Wieser Höhe sowie eine Speichererweiterung beim geplanten Hochbehälter Schatzöd wäre die idealstse Lösung.

Die Kosten des Gesamtprojekts belaufen sich auf rund 311.000 Euro, errichtet werden soll die Leitung noch im heurigen Jahr. Nachdem nun in beiden Gemeinden die Grundsatzbeschlüsse erfolgten, um die Pläne voran zu treiben, ist Forster erleichtert: „Ich bin sehr froh, dass wir eine Lösung haben.“

Mit Ende des Jahres wird Ertl mit Wasser aus Waidhofen versorgt, bis dahin greift die Gemeinde auf die eigenen Reserven zurück: „Durch die Niederschläge in letzter Zeit kommen wir jetzt aus. Die Bewohner werden aber angehalten, Schwimmbäder schon früher zu befüllen, bevor es wieder warm und trocken und das Wasser wieder weniger wird,“ sagt der Bürgermeister. Um auch im Sommer gut über die Runden zu kommen, wird dann bereits mehr Wasser aus Waidhofen nach Ertl fließen.

Rund 30.000 Kubikmeter jährlich

Insgesamt wird Ertl jährlich rund 25.000 bis 30.000 Kubikmeter Wasser von Waidhofen benötigen. Bei den Gesprächen wurde aber auch schon über eine noch höhere Liefermenge gesprochen. „Denn wir gehen davon aus, dass der Wasserbedarf der Gemeinde durch eine Zunahme der Bevölkerungszahl steigen wird. Darauf wollen wir natürlich auch vorbereitet sein“, sagt der Ortschef.

Die Ertler müssen damit rechnen, dass der derzeitige Wasserpreis in Höhe von 1,4 Euro pro Kubikmeter (exklusive Steuer) nicht zu halten sein wird. Da kommt eine Anhebung auf die Bürger zu. „Dafür können wir ihnen künftig aber auch im Sommer wieder Versorgungssicherheit bieten“, sagt Forster.

Waidhofner Wasser

  • Die Gemeinde Waidhofen an der Ybbs liefert ja im Rahmen des seit mehr als zehn Jahren bestehenden Wasserverbands Ybbstal bereits Wasser an die Gemeinden Sonntagberg, Kematen und auch Aschbach. Die Gemeinde Ertl wird dem Verband vorerst aber nicht beitreten, sondern einen eigenen Vertrag mit Waidhofen abschließen. Die Liefermenge wird sich auf rund 30.000 Kubikmeter belaufen.

  • Die Stadt Waidhofen hat große Wasserreserven im Waidhofenbach- und Atschreithtal, im Lugergraben sowie am Buchenberg.